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Die Atmosphäre in der interessanten Ausstellung war entspannt. Schalldämmende Wände und hell beleuchtete Vitrinen sorgten für einen ernsten und ruhigen Rahmen, während die Künstler ihre Objekte immer wieder scharf betrachteten.
Fortan können die schönsten 20 Werke bis zum Ende der Schau am 25. Mai im Foyer bewundert werden. Als die besten drei prämierte die Jury die Arbeiten von Thom Kolodziej (Fotomontage), Michael (Polaroid-Manipulation) und Anastasia Sokolov (Tuschezeichnung). Sieger Kolodziej freute sich über eine Reise nach Paris.
Der Gewinner hat ein Doppel-Selbstporträt mit einem Gehirn-Plastinat künstlerisch verfremdet. „Kolodziej schaffte es wunderbar, in seiner Arbeit Persönliches mit der Ausstellung und den Themen Leben, Tod und Beständigkeit zu verbinden“, sagte Jurorin Delia Nordhaus. Er habe eine thematische Brücke geschlagen und neue Medien miteinbezogen. Michael Rippl hat den Staffelläufer „Auge in Auge“ abfotografiert und dann die Paste des Polaroidfotos während des Entwicklungsprozesses bearbeitet. „Liebe auf den ersten Blick“ fesselte Annika Einolf an das Exponat „Leichtmatrose“, der gerade einen Mast erklimmt. Jede Muskelfaser liegt wie ein offenes Buch vor dem Betrachter. „Ich bin positiv überrascht“, sagte die 17-jährige Hobby-Künstlerin. Die Körper wirkten gar nicht fleischig und seien sehr lehrreich dargestellt. Katharina Küpker, ebenfalls 17 Jahre alt, arbeitete an den Gesichtsmuskeln des „Schachspielers“. Sie saß dem Spieler gegenüber, um die Ruhe, die sein „Gesicht“ ausstrahlte, einzufangen.
Jurorin Nordhaus juckte es selbst in den Fingern: „Ich hatte in dieser Ausstellung sofort meine Lieblinge“, sagt sie und zeigte unter anderem auf die „Seiltänzerin“, die kraftstrotzend und stark, dabei aber trotzdem weiblich wirke. Und das völlig ohne „aufgesetzte Attribute“ wie schönes Haar oder tolle Schuhe.
Obwohl es sich bei den Plastinaten um Körper, Muskeln und Organe von echten menschlichen Körpern handelt, wirken die Exponate wie Kunststoffpuppen. Sie zeigen ihr Inneres, aber bleiben als Person anonym. Nordhaus sieht in dieser Kunst des Konservierens eine Fortentwicklung alter Techniken wie die der Mumifizierung oder Konservierung in Formalin.
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