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Hassos Pflege hat seinen Preis


Speckenbüttel. Das Tierheim fordert mehr Geld von der Stadt, sonst droht dem Tierschutzverein der finanzielle Kollaps. Das hätte Auswirkungen auf die Stadt, denn das vom Verein betriebene Tierheim übernimmt kommunale Aufgaben wie die Aufnahme von Fundtieren. Ohne den Verein müsste die Stadt die Tiere versorgen. Von Christof Santler


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Die Tiere im Hundehaus des Tierheims in Speckenbüttel müssen sich mit engen Boxen bescheiden. Der 50er-Jahre-Bau ist überfüllt und wird modernen Ansprüchen nicht mehr gerecht. Darum soll ein Neubau her. Foto Archiv

Weil den Tierschützern der jährliche Zuschuss von 40 000 Euro hinten und vorne nicht mehr reicht, wird über einen Nachschlag verhandelt: Der Tierschutzverein führt gestiegene Kosten als Argument ins Feld. Damit die Stadt nachvollziehen kann, was ein Tierheim mit 500 Insassen kostet, hat sie um einen genauen Ausgabenplan gebeten. Der liegt mittlerweile vor. Ob die Tierschützer auf dieser Basis einen Zuschlag erhalten, muss allerdings die Politik entscheiden. Es geht um Zehntausende Euro.

Die Summen, die für den Betrieb des Tierheims benötigt werden, sind keine Trinkgelder. Allein für den Tierarzt gehen monatlich 2900 Euro weg. Schon mit diesem Posten ist der seit Jahren unveränderte städtische Zuschuss nahezu aufgezehrt. Weitere große Ausgabenblöcke sind Kosten für das Personal, im Tierheim sind drei Festangestellte beschäftigt. Dazu kommt das Futter. Und der rund 800 Mitglieder zählende Tierschutzverein schiebt Defizite aus der Vergangenheit vor sich her, die eigentlich ausgeglichen werden müssten. Rund 50 000 Euro fehlen jedes Jahr. Für den Betrieb des Heims kalkuliert der Verein nach neuesten Rechnungen mit einer Viertelmillion.

Richtwerte empfohlen

Damit die einzelnen Tierschutzverbände in den Verhandlungen mit den Kommunen eine Richtschnur haben, hat der Deutsche Tierschutzbund in einer Studie ermitteln lassen, wie hoch die Tagessätze pro Tier in einem Tierheim sein müssten. Danach sollten die Tagessätze in Großstädten für Hunde rund 21 Euro, für Katzen rund 10 Euro und für Kleintiere 4 Euro betragen, um kostendeckend wirtschaften zu können. In ländlichen Gebieten oder in kleineren Städten empfiehlt die im Mai vorgelegte Mafo-Studie geringere Sätze. Im Tierheim an der Wurster Straße leben 500 Tiere, das ist weit mehr als der Durchschnitt. Laut Mafo-Studie versorgt jedes der 514 Tierheime in Deutschland rechnerisch 182 Tiere. Der Durchschnittsbestand aller Tiere ist im Vergleich zu 2005 um 39 Prozent angestiegen. Ein Hauptgrund ist Geldmangel der Halter, weshalb immer öfter vor allem alte und kranke Hunde in den Tierheimen landen. Die Tiere erhalten dort ihr Gnadenbrot, zu vermitteln sind sie nicht mehr. Das ist auch in Bremerhaven so, und deshalb sind die Zustände in dem Hundehaus aus den 50er Jahren schon seit längerem erdrückend geworden. Der Tierschutzverein plant daher einen Neubau auf dem vor zwei Jahren von der Stadt erworbenen Gelände, ist aber auf die Unterstützung der Kommune bei dem kostspieligen Projekt angewiesen.

Von Vorschlägen, die Anzahl der Tiere aktiv und endgültig zu verringern und auf diese Weise laufende Kosten zu verringern, hält Tierschutzvereins-Vorsitzende Brigitte Lewin überhaupt nichts. Das lasse auch die Rechtslage gar nicht zu: „Wir dürfen keine Tiere töten, sondern müssen uns um sie kümmern.“

www.tierheim-bremerhaven.de

Artikel vom 30.07.10 - 16:00 Uhr
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