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Europapokal? Nein, danke


bremerhaven. Fünf Teams aus der Basketball-Bundesliga werden in der kommenden Saison international spielen, ein möglicher sechster Vertreter bekommt vielleicht noch eine Wildcard für die EuroChallenge. Fest steht seit gestern: Die Eisbären Bremerhaven werden sich nicht für einen Platz in der Challenge bewerben, die zuletzt die BG Göttingen gewann. Von Oliver riemann


Meister Bamberg hat seinen Startplatz in der Königsklasse, der Euroleague, sicher. ALBA Berlin bekommt in der Qualifikation die Chance, sich doch noch für die Euroleague zu qualifizieren. Schaffen es die Albatrosse nicht, spielen sie neben den EWE Baskets Oldenburg und der BG Göttingen im EuroCup. Für den kann sich Eisbären-Bezwinger Frankfurt Skyliners noch qualifizieren, sonst bleibt für den Vizemeister die EuroChallenge. Dort könnten auch die Eisbären, die Telekom Baskets Bonn oder Braunschweig antreten. Denn die Basketball-Bundesliga (BBL) soll noch einen Platz erhalten.

Für Eisbären-Manager Jan Rathjen ist der internationale Wettbewerb aber kein Thema. „Das macht aus unserer Sicht keinen Sinn“, sagt der 35-Jährige. Drei Heim- und drei Auswärtsspiele müssten die Eisbären in der Gruppenphase der Challenge bestreiten. Aus welchen Ländern die Gegner kommen, ist ungewiss. Das entscheidet das Los. Läuft es gut, wären es nur Reisen nach Holland, Belgien oder Frankreich. Läuft es schlecht, warten Team aus Russland, der Türkei, Israel oder Griechenland.

Das haut deftig in die Reisekasse, die Kosten für die Heimspiele (Halle, Sicherheitsdienst) sowie für Schiedsrichter sind allein durch Eintrittsgelder längst nicht zu decken. Welcher Fan möchte schon das Spiel Eisbären gegen Lokomotive Rostow an einem Dienstag- oder Mittwochabend um 20 Uhr in der Stadthalle sehen?

Sechsstellige Summe

Die Kosten für die EuroChallenge beziffert Rathjen auf einen hohen fünfstelligen oder sogar kleinen sechsstelligen Betrag. „Dieses Geld müssten wir zusätzlich erwirtschaften, das haben wir nicht über“, sagt der Manager.

Klar, für den einen oder anderen Spieler wäre es interessant, wenn er international spielen könnte. Durch die zusätzliche Belastung von mindestens sechs Spielen müsste aber auch der eine oder andere Akteur mehr verpflichtet werden. Sonst könnte es den Eisbären in der Bundesliga so gehen wie zuletzt ALBA Berlin oder Oldenburg. Die waren zwar locker in die Playoffs marschiert, am Ende der Saison fehlten beiden Teams aber die entscheidenden Körner. Plötzlich war für die Top-Favoriten im Viertelfinale Endstation gegen Mannschaften, die ohne Europapokal-Einsätze frischer waren.

Die einzige Chance für die Eisbären wären neue Sponsoren, die Interesse an einem internationalen Engagement des Klubs hätten. Aber die gibt es in Bremerhaven und Umgebung nicht.

BBL-Klubs in Europa

Euroleague: Brose Baskets Bamberg (sicher dabei); ALBA Berlin (Qualifikation)

EuroCup: ALBA Berlin (wenn nicht qualifiziert für Euroleague), EWE Baskets Oldenburg, BG Göttingen, Skyliners Frankfurt (Qualifikation, sonst EuroChallenge).

Artikel vom 26.06.10 - 16:05 Uhr
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