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Auf der Suche nach der „grünen Logistik“

Fischereihafen (cb). Kilometerlange Brummi-Kolonnen, die auf der Autobahn vor sich hin dieseln – das Image der Transportbranche in Sachen Umweltschutz ist nicht das beste. Kann es so etwas geben wie „grüne Logistik“? Mit dieser Frage beschäftigte sich gestern die Fachtagung TWLogistik im Forum Fischbahnhof.

Eingeladen hatte der Verein der Wirtschaftsingenieure für Transportwesen (VdWT), ein Zusammenschluss ehemaliger Studenten der Hochschule Bremerhaven. Der Verein feierte mit der Tagung gleichzeitig sein 25-jähriges Bestehen.

„Der Klimawandel beschäftigt uns alle – also auch unsere Branche“, sagt der VdWT-Vorsitzende Michael Borkowski. Immerhin trägt der weltweite Gütertransport einen erheblichen Teil zum Klimawandel bei. „Eine ,grüne Logistik‘ im strengen Sinne kann es nicht geben, weil beim Gütertransport immer Abgase entstehen“, räumt er ein. „Aber wir können uns darum bemühen, die Logistik grüner zu machen.“

Energiepreise steigen

Die Triebfeder muss dabei gar nicht einmal die Sorge um die Umwelt sein. „Die Branche tut es nicht wegen des Klimaschutzes – sondern wegen der Kosteneinsparung“, sagt Borkowski. Angesichts rasant gestiegener Energiepreise lohnt sich das Spritsparen auch aus finanziellen Gründen.

Und das sollte die Branche auch offensiv vertreten, fordert Albert Blum, Logistikchef der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH. „Wir sollten da nicht so puritanisch sein – der Umwelt ist es egal, ob wir etwas aus ökologischen oder ökonomischen Gründen tun.

Und getan werden könnte eine ganze Menge. So stellte BSH den Transport von Waschmaschinen aus dem Werk Bretten bei Karlsruhe ins englische Auslieferungslager Kettering vom Lkw aufs Schiff um: Mit dem Binnenschiff geht es jetzt den Rhein abwärts nach Rotterdam, von dort weiter mit der Fähre nach Felixstowe. Nur auf den Strecken zum und vom Hafen kommt der Lkw zum Einsatz.

Ermöglicht wird der neue Transportweg durch den Einsatz von größeren Containern: Sie sind etwas länger und vor allem höher als die herkömmlichen 40-Fuß-Boxen. Dadurch passen genauso viele Waschmaschinen hinein wie in einen Lkw: 180 Stück. „Nur so rechnet sich das für uns“, sagt Blum. Statt zwei Tage ist die Ladung jetzt zwar vier Tage unterwegs. Aber auch das könnte ein neuer Trend in der Branche werden: „Wir müssen die Transportketten entschleunigen“, so das etwas überraschende Bekenntnis des Logistikers. Stabile Durchlaufzeiten seien wichtiger als Expressgeschwindigkeiten.

Artikel vom 14.11.08 - 20:10 Uhr
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