NZ+Ich Bremer Bonbonmanufaktur

Im Paradies für Leckermäuler

In den Regalen und in der Auslage stehen Gläser mit Bonbons in nahezu allen Farben: „Ich bin im Paradies“, sagt Tammo und lacht. Bei einer NZ+Ich-Aktion in der Bremer Bonbon-Manufaktur konnte der Elfjährige gemeinsam mit weiteren Lesern der NORDSEE-ZEITUNG nicht nur nach Herzensluft probieren, sondern auch selbst Bonbons herstellen.

Rund 30 Kilo Bonbons werden täglich in der Bremer Bonbon Manufaktur in der Böttcherstraße in Handarbeit hergestellt. „Dazu müssen wir erst einmal Wasser, Zucker, Glukosesirup und Weinsteinsäure erhitzen. Und zwar so lange, bis das Wasser vollständig verdampft ist“, erklärt Bonbon-Profi Lennart Diederichsen. Sobald die optimale Temperatur erreicht ist, kippt er die dampfende Masse auf eine geölte Marmorplatte und schlägt sie immer wieder mit einem großen Spachtel um. Anschließend kann die Masse nach eigenen Vorlieben eingefärbt werden: „Bis zu drei Farben sind möglich“ – die NZ-Leser entscheiden sich für Grün, Weiß und Gelb. Und weil nicht nur das Auge mitisst, kommen anschließend noch Aromen hinzu. „Wir verwenden rund 120 Aromen und Gewürze. Besonders gefragt sind Himbeer-Bonbons und unsere bunte Fruchtmischung“, verrät Diederichsen. Auf besonderen Wunsch habe er aber auch schon Knoblauch-Bonbons hergestellt.

Ganz so ausgefallen mögen es die NZ-Leser nicht. Sie entscheiden sich für Waldmeister-Vanille. Also tröpfelt der Experte ein wenig Aroma hinzu und knetet den Teig sorgsam durch. „Die Masse muss immer in Bewegung bleiben. Sonst wird sie schnell hart“ – und man hätte ein Riesenbonbon. Schließlich zieht Diederichsen die einzelnen Teigklumpen mit geübtem Griff über einen großen Haken an der Wand. Immer und immer wieder. „So bekommt die Masse Luft, das ist gut für das Aroma“, erklärt Diederichsen – und überlässt kleine Bonbonteigklumpen den NZ-Lesern.

Profi Lennart Diederichsen (Mitte) zeigte einer Lesergruppe, wie Bonbons aus Zuckermasse hergestellt werden. Foto: Brocks
Profi Lennart Diederichsen (Mitte) zeigte einer Lesergruppe, wie Bonbons aus Zuckermasse hergestellt werden. Foto: Brocks

Die rollen und kneten und ziehen die Masse in Form. „Man muss erst einmal ein Gefühl dafür entwickeln“, sagt Ulrike Jürgens, während sie mit ihrer Teigportion kämpft: „Ich habe erst mit zu viel Druck gearbeitet. Aber jetzt klappt es schon deutlich besser“, sagt Jürgens. Vom Bonbon-Workshop ist sie begeistert: „Wenn man das selbst macht, wird einem erst einmal bewusst, wie aufwendig so etwas ist.“ Vor allem muss es schnell gehen: Denn sobald der Teig auf der Wärmeplatte verarbeitet wird, bleiben nur noch zehn Minuten Zeit, bis er völlig ausgehärtet ist.

„Da ich sehr gerne Bonbons esse, wollte ich gerne wissen, wie man sie herstellt“, verrät Helga Gattner. Das Kneten, Rollen und Formen funktionierte bei ihr ziemlich gut: „Hat ein bisschen was vom Plätzchenbacken“, sagt die 68-Jährige und lacht: „Ich hätte mir das schwieriger vorgestellt.“ Und so landen immer weitere Bonbons, die mit einer Presse in Form gebracht werden, aber auch kleine Herzlutscher – passend zum Muttertag – zum Abkühlen auf dem Tablett. „Ich finde das total cool“, sagt Tammo, während er seinen Teigklumpen in einen großen Lutscher verwandelt. „Ich fand es nur schwierig zu entscheiden, welche Sorte es werden soll.“ Zu groß sind die Auswahlmöglichkeiten. „Das macht aber total Spaß. Das könnte ich mir später als Beruf vorstellen“, sagt der Schüler und lacht.