20 Leser machen bei einer „NZ+Ich“-Aktion aus gelesenen NORDSEE-ZEITUNGEN im Handumdrehen hübsche Lampen. Foto: Brocks
20 Leser machen bei einer „NZ+Ich“-Aktion aus gelesenen NORDSEE-ZEITUNGEN im Handumdrehen hübsche Lampen. Foto: Brocks

Gerollt, gesteckt, verflochten

Andere werfen die gelesene NORDSEE-ZEITUNG weg. Christina Salot macht daraus individueller Designer-Lampen. Wie das geht, zeigte die 40-Jährige insgesamt 20 bastelfreudige Lesern bei einer „NZ+Ich“-Aktion – und steckte alle mit ihrer Begeisterung an.

Die Grundlage bildet eine Bodenplatte aus Pappe, auf die lange Röllchen aus Zeitungspapier geklebt werden. „Dann wird eines nach dem anderen übereinandergeschlagen und somit verflochten“, erklärt Christina Salot. Rund 40 Röllchen braucht es für eine kleine Lampe: „Am besten wickelt man einen Schaschlikspieß diagonal von einem Zipfel aus in eine halbe Zeitungsseite ein“, erklärt Salot – dann wird gerollt und gerollt und gerollt.

„Nimmt das denn nie ein Ende?“, fragt Dagmar Riepenhusen beim Anblick der schon fertigen Rollen und ihres Papierstapels und lacht. Die Loxstedterin bastelt gerne mit Papier: „Es ist leicht zu verarbeiten und vielseitig einsetzbar“, so die 53-Jährige.

„Ich finde das wunderbar, dass man aus der gelesenen Zeitung noch etwas so Schönes gestalten kann“, freut sich Elke Seidel: „Anfangs ist es schwer, gleichmäßige Röllchen herzustellen. Aber wenn man die richtige Technik erst einmal kennt, klappt es ganz gut.“ Ihre erste Lampe ist noch nicht fertig, da plant die Bremerhavenerin schon weitere Bastelmittage. „Solche Lampen sind ein schönes Weihnachtsgeschenk“, ist sie überzeugt.

Mike Mio, der Jüngste in der Runde, hat den richtigen Dreh sofort raus und rollt in Rekordzeit Röllchen um Röllchen: „Meine Mutter hat schon immer mit uns gebastelt und ich bastle noch immer sehr gerne, weil man dabei so kreativ sein kann“, verrät der 15-Jährige, der sich für das „Upcycling“ – die Wiederverwertung alter Dinge – begeistert: „Ich finde es schön, wenn man nicht alles wegschmeißt, sondern aus alten Sachen etwas Neues machen kann“, sagt der Schüler, der stellvertretend für seine ganze Familie am Kursus teilnimmt. „Heute Nachmittag werde ich allen zeigen, wie es geht“, verrät er.

Aus den Röllchen wird die Lampe geflochten. „Ich dachte eigentlich, dass das Flechten am aufwendigsten ist. Dass das Rollen die meiste Zeit in Anspruch nimmt, hätte ich nicht gedacht“, verrät Mike Mio, während seine Lampe in die Höhe wächst. „Am besten legt man die Rollen nicht exakt aufeinander, sondern immer etwas versetzt nach Innen“, verrät Christina Salot allen noch einen Trick. So bekommt die Lampe die Form eines Baumes. Wer nach außen flechtet, bekommt ein bauchiges Exemplar. „Beide kann man auch kombinieren. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt“, sagt Christina Salot, die auch schon Sterne und Kränze geflochten hat.

Kurzanleitung

Als Boden dient ein quadratisches Stück Pappe mit einem quadratischen Ausschnitt in der Mitte. Maße: etwa elf mal elf Zentimeter.

Zeitungsseiten werden in zwei längliche Stücke geschnitten. Dann wird das Papier mit Hilfe eines Schaschlikspießes (diagonal von einem Zipfel aus) zu einer langen Rolle gedreht.

Anschließend kommen die Rollen zum Einsatz: Vier werden mit der dünnen Spitze auf die Ecken der Bodenplatte geklebt, ein fünftes längs. Pappstreifen, die darüber geklebt werden, helfen, alles zu stabilisieren. Mit Wäscheklammern fixieren.

Nach kurzer Trockenzeit geht es los mit dem Flechten: Röllchen für Röllchen wird übereinandergelegt. Sobald ein Röllchen zu kurz wird, einfach ein neues hineinstecken.

Wenn die Lampe hoch genug ist, werden die letzten Rollen ineinandergesteckt und mit Klebstoff fixiert.