Gemeinsam mit NZ-Lesern hat Salvatore Mavelli (links) in einer haushaltsüblichen Eismaschine Schokoladeneis mit karamellisierten Erdbeeren hergestellt. Wie das schmeckt, wollte nicht nur Leser Peter Leitgreb wissen. Foto: Brocks
Gemeinsam mit NZ-Lesern hat Salvatore Mavelli (links) in einer haushaltsüblichen Eismaschine Schokoladeneis mit karamellisierten Erdbeeren hergestellt. Wie das schmeckt, wollte nicht nur Leser Peter Leitgreb wissen. Foto: Brocks

„Eis soll Emotionen wecken“

 „Eis soll Emotionen wecken“, sagt Salvatore Mavelli und lacht. Der gebürtige Mailänder liebt es, seinen Kunden wahrhafte Explosionen auf den Geschmacksknospen zu verschaffen: „Wer Eis isst, soll über die Zunge etwas Besonderes empfinden“, betont Mavelli. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion konnten 15 Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG dem Gelataio jetzt bei der Eisherstellung über die Schulter schauen.

„Für ein gutes Eis muss ich erst mal gute Zutaten einkaufen“, betont Mavelli. Die bezieht er aus aller Welt, am liebsten aber frisch aus der Region. Künstliche Aromen oder Geschmacksverstärkerkommen ihm nicht in die Tüte: „Ich wollte Eis von Anfang an so machen, wie es früher war: ganz natürlich.“ Wichtig sei ihm, dass der natürliche Geschmack herauskomme – immer.

Wichtig bei der Eisproduktion sei hundertprozentige Genauigkeit: „Die Technik ist immer die gleiche.“ Wichtig sei, dass man sich bei den Mengen sklavisch an das einmal für gut befundene Rezept halte – sonst erwarte einen bei Geschmack oder Konsistenz schnell eine böse Überraschung. „Das Verhältnis der Zutaten muss immer stimmen“, mahnt Mavelli.

„Der Mixer ist der beste Freund des Gelataio“

Für sein Schokoladeneis mit karamellisierten Erdbeeren, dass er mit den Lesern zusammen herstellt, erhitzt der Eis-Experte Milch und fügt Zucker und Eiern hinzu. Für den Geschmack sorgt feinste Zartbitterschokolade, für die intensive Farbe ein wenig Kakaopulver: „Der Mixer ist der beste Freund des Gelataio“, sagt Mavelli, während er Erdbeeren, die eine Nacht im Gefrierschrank standen, pürriert und hinzufügt. Ab damit in die Maschine, rühren lassen – und fertig ist die kühle Erfrischung. „Normalerweise käme das Eis jetzt noch zwei Stunden in die Kühlung. Aber das Schönste ist es doch, frisches Eis direkt aus der Maschine zu essen“, sagt Mavelli und lässt die NZ-Leser kosten.

„Ein Eis soll erfrischen, aber nicht zu süß sein“, sagt Salvatore Mavelli. Egal ob Vanille, Schokolade, Karotte-Honig oder Rhabarber-Baiser: Bei der Auswahl der Sorten und Kombinationen sei der Fantasie keine Grenzen gesetzt: „Man kann alles probieren“, sagt Mavelli. Auf Wunsch eines Kunden habe er schon einmal Lachssorbet hergestellt, auch Paprika-Eis produziere er immer mal wieder.

NZ-Leserin experimentiert gerne bei der Eis-Herstellung

„Man merkt, mit wie viel Liebe und Hingabe Salvatore Mavelli seinen Beruf ausübt“, sagt NZ-Abonnentin Bärbel Haake. Sie habe schon immer einmal wissen wollen, wie Eis hergestellt wird: „Ich wollte das auch schon einmal zuhause machen. Aber ich habe keine Eismaschine und es braucht ja schon ein wenig Zeit“, sagt die Bremerhavenerin.

„Ich habe eine kleine Eismaschine und experimentiere gerne“, verrät Leserin Jasmin Janke. Ihre Lieblingssorte? „Immer das, was ich gerade esse“, sagt die 24-Jährige und lacht. Zu Hause wage sie sich meist an Sorten, die es im Eiscafé um die Ecke nicht unbedingt gibt. So habe sie zu Weihnachten etwa schon Spekulatius-Eis hergestellt. „Ich fand es interessant, wie die Produktion großer Mengen abläuft“, sagt die 24-Jährige: „Überrascht hat mich, dass politische Konflikte Einfluss auf die Eisproduktion haben“ – so bezog Mavelli seine Pistazien früher aus Syrien, heute greift er auf Pistazien aus Rimini zurück. „Mit den kalifornischen habe ich es auch schon versucht. Aber die hatten keinen Geschmack“ – und der Geschmack, sei nun einmal das, was zählt.