Damit die Straßen nicht verdreckt werden, fahren die Lastwagen, die die Baustelle des Landschaftsbauwerks beliefern, regelmäßig durch eine Reifenwaschanlage. Foto: Brocks
Damit die Straßen nicht verdreckt werden, fahren die Lastwagen, die die Baustelle des Landschaftsbauwerks beliefern, regelmäßig durch eine Reifenwaschanlage. Foto: Brocks

Eine grüne Pyramide als Naherholungsgebiet

Leherheide. Noch ist es ein kleiner, kaum fünf Meter hoher Hügel. Doch schon in zwei Jahren soll in Leherheide eine grüne „neuzeitliche Pyramide“ stehen. So zumindest nennt Volker Gudehus scherzhaft das geplante Landschaftsbauwerk an der Ecke Cherbourger-/Hans-Böckler-Straße. Der Leherheider Aussichtsberg wächst derzeit in die Höhe. Er wird letztendlich aus 250000 Kubikmetern Erde bestehen, die bei den Hafentunnel-Bauarbeiten anfallen. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion führte der ehemalige Verkehrsplaner Volker Gudehus elf Leser der NORDSEE-ZEITUNG exklusiv über die Baustelle.

„Durch den Bau des Hafentunnels kommen etwa 500000 Kubikmeter Erde zu Tage“, erklärte Gudehus. Lange habe man überlegt, wie man mit den Erdmassen, die beim Bau nicht wiederverwendet werden, am besten verfahre. „Am günstigsten ist es immer, wenn man den Aushub möglichst nahe an der Baugrube unterbringt“, sagte Gudehus. Der Plan für das 180 Meter lange und 150 Meter breite Landschaftsbauwerk war geboren.

Landmarke im Bremerhavener Norden

Unablässig kippen Sattelschlepper nun Tonnen von Erdreich übereinander. Auch Planierraupen und Bagger sind im Einsatz. „Zuvor musste das Gelände drumherum stabilisiert werden“, erklärte Gudehus. Der weiche Torfboden rundum wurde durch ein Sand-Kies-Gemisch ersetzt. Die Erde, die nun zum Berg aufgeschüttet wird, soll sich schließlich nicht selbstständig machen.

Elf Leser besichtigen bei „NZ+Ich“-Aktion die Baustelle des künftigen Leherheider Aussichtsbergs. Foto Brocks
Elf Leser besichtigen bei „NZ+Ich“-Aktion die Baustelle des künftigen Leherheider Aussichtsbergs. Foto Brocks
Allein durch seine Höhe von rund 25 Metern soll das Naturbauwerk eine neue Landmarke im Bremerhavener Norden darstellen – und es soll eine Naherholungsoase werden. Sachte ansteigende Wege werden zum Spazieren, Walken und Joggen, eine große Plattform zum Verweilen einladen. „Von dort hat man im besten Fall freien Blick auf den Containerhafen“, so Gudehus.

Landschaftsbauwerk könnte Anziehungspunkt werden

„Wenn man wirklich bis zum Hafen schauen kann, wäre das toll“, sagte NZ-Leserin Ruth Wiedemann. Dann werde das Landschaftsbauwerk sicherlich ein Anziehungspunkt – so wie der neue Skatepark nebenan. „Ich finde es toll, dass hier etwas für junge Leute getan wird“, lobte Wiedemann.

„Mir liegt am meisten am Herzen, dass die Natur bei den Arbeiten nicht zerstört wird“, sagte Margit Lindhoff, die sich besonders für das Bauverfahren interessierte. Sie sei ein „Naturfreak“, radele gerne durch Bremerhaven – ihr Augenmerk auf Blumen und Kräutern am Straßenrand. „Auf das Landschaftsbauwerk bin ich sehr gespannt.“ (akb)