Uwe Zander (links) und Cinemotion-Betreiber Jürgen Thiel zeigten den Lesern, wie ein Film früher auf die Leinwand kam. Statt klassischer Filmrollen sind heute im Cinemotion nur noch Festplatten im Einsatz. Foto: Brocks
Uwe Zander (links) und Cinemotion-Betreiber Jürgen Thiel zeigten den Lesern, wie ein Film früher auf die Leinwand kam. Statt klassischer Filmrollen sind heute im Cinemotion nur noch Festplatten im Einsatz. Foto: Brocks

Eine filmreife Führung im Cinemotion

Das Licht geht aus, der Vorhang öffnet sich, ein Film beginnt: Alltag im Cinemotion-Kino. Aber wie funktioniert das eigentlich heutzutage mit der Filmvorführung? Das erfuhren acht Leser der NORDSEE-ZEITUNG, die bei einer „NZ+Ich“-Aktion am Sonnabend hinter die Kino-Kulissen schauen durften.

Seit 2007 gibt es das Cinemotion-Kino mit 1100 Plätzen in sechs Sälen. „Mit Kino verbinden viele noch immer große Filmrollen“, weiß Uwe Zander. Der Berufsschullehrer und begeisterte Cineast, der seit 1970 nebenbei in Kinos der Region arbeitet und im Cinemotion zum „lebenden Inventar“ gehört, blickte mit den Lesern zurück auf die schillernde Vergangenheit der Bremerhavener Filmtheater.

Über Schleichwege führte Zander die Besucher in die Vorführräume: Analoge Projektoren, Filmspulen und Filmrollen sucht man hier vergeblich. „Heutzutage läuft alles digital“, sagte Zander und holte einen kleinen Koffer hervor. Darin: eine Festplatte, auf der ein Film in verschiedenen Versionen etwa auf Deutsch oder auf Englisch, in 2D oder 3D verfügbar ist. „Filmrollen mussten nach Anlieferung erst einmal zusammengeklebt werden. Das war noch richtiges Handwerk“, erklärte Zander. Heutzutage werden die Festplatten, die vom Verleiher geliefert werden, in den Computer gesteckt und die Filme als Datei eingelesen. Mit einem Mausklick werden die Filme gestartet und vom Server direkt an den digitalen Projektor – einen großen schlichten Kasten – geschickt. Leiser sei das als früher, qualitativ besser und natürlich auch schneller, schließlich entfällt das Umspielen, Schneiden und Aufwickeln. „Aber irgendwie hat es auch weniger Charme“, sagte eine Leserin – und erntete zustimmendes Nicken.

Im Kinosaal konnten sich die Leser anhand ausgewählter Trailer einen Einblick davon verschaffen, was 2017 in Bremerhaven zu sehen sein könnte. „Wir bekommen die Trailer wahnsinnig früh, bis zu einem Jahr vorher“, erklärte Zander. Mit Hilfe der Trailer und bei exklusiven Voraufführungen für das Kino-Fachpersonal werde entschieden, welcher Film ausgeliehen und in Bremerhaven gezeigt wird. „Wie oft und zu welchen Tageszeiten ein Film gespielt wird, bestimmt der Verleih mit“, erklärt Zander.  Auch rund 60 Prozent des Eintrittspreises gingen an den jeweiligen Filmverleiher.

Zum Schluss genossen die NZ-Leser in den bequemen Kino-Sesseln die Komödie „Willkommen bei den Hartmanns“ auf der großen Leinwand. (akb)