22 „NZ+Ich“-Teilnehmer lernten bei Beck’s-Brauerei-Tour Wissenswertes über die Bierproduktion. Foto: Brocks
22 „NZ+Ich“-Teilnehmer lernten bei Beck’s-Brauerei-Tour Wissenswertes über die Bierproduktion. Foto: Brocks

Einblicke in die Beck’s-Produktion

22 Leser der NORDSEE-ZEITUNG lernten bei einer Beck’s-Brauerei-Tour Wissenswertes und Spannendes über die Bierproduktion.

Im Sudhaus ist es mollig warm und es riecht nach Malz: „In den alten Kupferkesseln versteckt sich moderne Technik“, verrät Jessica Schmidt. Sie führte 22 Leser der NORDSEE-ZEITUNG am Montagabend über das Gelände des Bierkonzerns AB InBev in Bremen. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über die Geschichte des Biers, die Brauereikunst im Allgemeinen und die Beck’s-Biere im Speziellen.

Gebraut wird streng nach dem Reinheitsgebot

Am 27. Juni 1873 gründeten Baumeister Lüder Rutenberg und Braumeister Heinrich Beck zusammen mit dem Kaufmann Thomas May die Kaiserbrauerei „Beck & May o.H.G.“. „In den Gründertagen wie heute wird Beck’s streng nach dem Reinheitsgebot von 1516 gebraut“, betonte Schmidt. Demnach dürfen neben Wasser nur Hopfen, Malz und Hefe verwendet werden.

„Das Wasser trägt zum Geschmack bei“, betonte Jessica Schmidt. Möglichst kalkfrei sollte es sein, sonst werde das Aroma verfälscht. Der zweite wichtige Rohstoff: Malz, das ist getrocknete und gekeimte Gerste. „Der Hopfen gibt dem Bier den Charakter“, so Jessica Schmidt. „Er macht das Bier auch länger haltbar und sorgt für die Schaumkrone.“ Die Hefe schließlich sorgt für die Gärung und zum Teil auch für den Geschmack.

Maische und Treber schmecken nicht

Von den Zutaten selbst ist während des Brauvorgangs wenig zu sehen: In großen Kupferkesseln wird das geschrotete Malz mit Wasser zur sogenannten Maische vermischt. Die schmeckt, da waren sich alle Leser nach einer Geschmacksprobe einig, „furchtbar süß“. Im Läuterbottich wird die Maische anschließend in Würze (flüssig) und Treberbestandteile (fest) getrennt. „Der Treber ist als Viehfutter sehr beliebt“, erklärte Jessica Schmidt – und ließ auch die Besucher einmal kosten. Fazit: „Bier schmeckt besser.“

Die Würze wird in der Sudpfanne anschließend mit Hopfen aufgekocht. Heruntergekühlt landet die Mischung in Gärtanks, dann kommt die Hefe hinzu. Entscheidend für den Geschmack sei, bei welcher Temperatur die Hefe beigemischt werde. „Untergärige Biere benötigen acht bis zehn Grad. Bei obergärigen Bieren müssen es 16 bis 18 Grad sein.“ Anschließend muss das Bier bei konstanten Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt drei bis vier Wochen reifen, bevor es gefiltert und abgefüllt wird. „Mehr als sieben Millionen Flaschen und 8000 Fässer verlassen die Brauerei täglich“, so Jessica Schmidt. Dass die Beck’s-Flaschen grün sind: „Heute ein Markenzeichen, früher ein Zufall. Die Nienburger Glaserei hat einst nur Weinflaschen produziert und daher nur grünes Glas“, erklärte Jesicca Schmidt den NZ-Lesern.

Bierverkostung zum Abschluss

Was genau in Flaschen und Fässern abgefüllt wird, das konnten die Leser am Ende bei der Bierverkostung prüfen. „Einige Sorten kannte ich vorher gar nicht. Und die hätte ich zu Hause wohl auch nicht probiert“, verriet Reinhard Müller.

„Es war spannend, die Brauerei einmal von innen zu sehen“, sagte Georg Kustack, der zu Hause schon einmal hobbymäßig Bier gebraut hat: „Man konnte es trinken. Aber das schmeckte völlig anders als das Bier, was hier produziert wird“, erinnert er sich. Heike Thewald fand den Rundgang „total interessant. Jetzt weiß man genau, was passiert, bevor das Bier ins Glas kommt“. (akb)