Obstbauer Hein Lühs erklärte den NZ-Leserinnen und Lesern, wie die Herzform noch am Baum auf die leckeren Äpfel kommt. 34 Teilnehmer hörten bei de „NZ+ich“-Aktion aufmerksam zu. Foto: Brocks
Obstbauer Hein Lühs erklärte den NZ-Leserinnen und Lesern, wie die Herzform noch am Baum auf die leckeren Äpfel kommt. 34 Teilnehmer hörten bei de „NZ+ich“-Aktion aufmerksam zu. Foto: Brocks

Ein Herz für Äpfel

Apfelbäume soweit das Auge reicht: Knackig und rotbackig hängen die Früchte an den Zweigen. Einige klein und fast unscheinbar, andere besonders auffällig – mit einem hellen Herzen auf dem roten Grund. Die Herzäpfel sind seit mehr als 30 Jahren Markenzeichen und Namensgeber des Herzapfelhofs im Alten Land. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion haben sich 34 Leser der NORDSEE-ZEITUNG auf dem Obsthof umgesehen.

„Das Geschäft mit den Früchten schwankt von Jahr zu Jahr, der Einsatz an Personal und Maschinen ist hoch“, betont Hein Lühs beim Rundgang durch die Plantage. Die Idee für den Herzapfel wurde einst aus der Not geboren, um sich von anderen abzuheben: „Die noch grünen Äpfel werden direkt am Baum per Hand mit einer passenden Schablone beklebt“, erklärt Lühs den neugierigen Besuchern. Dort wo das Sonnenlicht nicht auf die Apfelschale trifft, bleibt eine helle Stelle. „So kann man im Prinzip jedes Motiv ganz natürlich auf einen Apfel bringen“, freute sich der Obstbauer, der einige Äpfel inzwischen auch mit Lasertechnik und allerlei anderen Motiven verziert.

Prall gefüllte Kisten

„In diesem Jahr haben wir eine gute Ernte“, freut sich Lühs beim Anblick prall gefüllter Kisten. Nach der Sortierung werden die Früchte in speziellen Sauerstoffkammern über Monate frisch gehalten. „Früher hat man sich nach dem Kreislauf der Natur gerichtet. Heutzutage müssen alle Früchte immer genau dann im Laden liegen, wenn der Verbraucher sie essen möchte. Und dann sollen sie auch noch das ganze Jahr über gleich gut schmecken“, sagte Lühs. Der Apfelbauer möchte das Verständnis für saisonales Essen wiedererwecken.

„Elstar ist generell die beliebteste Sorte. Aber den Apfel, der allen schmeckt, gibt es nichts“, weiß der Obstbauer. Er wirbt auch für die Sorten, die nicht ganz so ansehnlich sind; für Früchte, die nicht jeder Norm entsprechen, auch mal fleckig oder unterschiedlich groß wachsen. „Wellant“ etwa sei so eine Sorte. „Aber wer diese Äpfel einmal probiert hat, weiß sie zu schätzen. Auch bei Äpfeln zählen eben die inneren Werte“, sagt Lühs und lacht.

250 Sorten wachsen im Herzapfelgarten

„Die Äpfel hier sind richtig saftig und aromareich, man merkt den Unterschied zu den Früchten aus dem Supermarkt“, lobt eine Leserin nach einer Verkostung. „Für mich war das alles neu. Vor allem, dass es so viele Sorten gibt, hat mich überrascht“, sagt Maria Nordmann angesichts des Herzapfel-Gartens, in dem mehr als 250 unterschiedliche Sorten wachsen.

„Die Führung war sehr informativ. Er hat sehr gut rübergebracht, wie mühselig Apfelanbau ist“, lobt auch Michael Figger. Gut angekommen sind bei dem 64-Jährigen auch Lühs kritische Äußerungen über das Konsumverhalten vieler Menschen: „Das stimmt einen schon nachdenklich.“ (akb)