Britta Coldewey (zweite von links) erklärte den NZ-Abonnenten, wie Elisenlebkuchen gebacken werden. Im Hintergrund die Backstube.
Britta Coldewey (zweite von links) erklärte den NZ-Abonnenten, wie Elisenlebkuchen gebacken werden. Im Hintergrund die Backstube. | Foto: Foto: Brocks

Der Geschmack der Adventszeit

Bremen. Wer die Tür öffnet, dem steigt der Duft der Weihnachtsbäckerei sofort in der Nase: In der Bremer Lebkuchen Manufaktur der Familie Manke-Coldewey wird von September bis Dezember emsig gerührt, gebacken und glasiert. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion erfuhren neun Leser der NORDSEE-ZEITUNG, wie die weihnachtlichen Leckereien hergestellt werden.

Mit süßen Sachen kennen sich Britta und Albert Coldewey aus. Auf zahlreichen Volksfesten verkaufen sie im Frühjahr und Sommer ihr selbst gemachtes „Eis wie Sahne“. „Vor mehr als 20 Jahren hatte mein Mann die Idee, dass wir es im Winter doch einmal mit Lebkuchen auf dem Weihnachtsmarkt versuchen könnten“, sagt Britta Coldewey. Aus familiären Gründen setzte das Paar die Idee allerdings erst 2012 in die Tat um. „Anfangs haben wir den Teig noch zu Hause vorbereitet und im Wagen gebacken.“ Seit 2015 wird nun in der Bremer Überseestadt produziert.

„Das A und O sind die Gewürze“

„Elisenlebkuchen dürfen maximal zehn Prozent Mehl enthalten. Wir verzichten aber ganz darauf“, erklärt Coldewey. In ihren Teig kommen Mandeln, Wal- und Haselnüsse, Marzipan, Honig, Zucker, Orangeat und Zitronat. „Das A und O sind, neben hochwertigen Rohstoffen, natürlich die Gewürze“, sagt Coldewey. Welche genau, das bleibt ein Geheimnis: „Wir haben lange herumprobiert, bis wir die perfekte Mischung gefunden haben. Sogar auf dem Geburtstag meiner Schwester mitten im Juni mussten alle Gäste mehrere Sorten probieren und bewerten“, erinnert sich Coldewey und lacht. Inzwischen gibt es neun Sorten und es kommen auch mal Ingwer oder Sanddorn hinzu: „Uns ist aber wichtig, dass der Eigengeschmack der Elisen im Vordergrund steht.“

Für die Herstellung der Elisen werden alle Zutaten mit Eiweiß und Zucker vermengt. Anschließend wird die klebrige Masse mit Hilfe einer Maschine in Form gebracht und auf die Oblaten gestrichen. „Die Teiglinge sind extrem feucht, daher müssen sie 24 Stunden trocknen“, erklärt Coldewey. Dann werden sie für etwa 15 Minuten im Steinbackofen gebacken.

Immer noch viel Handarbeit

„Ich bin erstaunt, wie viel Handarbeit das noch ist“, sagt NZ-Leserin Herma Heyse. So taucht der Bäcker jeden Lebkuchen von Hand in Schokolade oder Glasur und drückt auch die Mandeln Stück für Stück in den Teig. „Ich mag das weihnachtliche Gefühl, das Elisen mit sich bringen“, sagt Herma Heyse. Selbst gebacken hat sie noch keine: „Ich habe mich ein wenig gescheut, da ich weiß, wie viel Arbeit das ist“, sagt die 62-Jährige.  „Ich wusste aber vorher gar nicht, dass es diese Manufaktur in Bremen gibt“, sagt Wolfgang Jaeger. Dabei ist er ein absoluter Lebkuchen-Liebhaber: „Das ist die Leckerei zur Winterzeit!“