Normalerweise tränkt Henriette Wienert (rechts) ihren Kuchen mit Amaretto und Orangensaft oder serviert ihn pur. Doch wer es fruchtig mag, kann den Teig auch mit Apfelstücken belegen. Foto: Brocks
Normalerweise tränkt Henriette Wienert (rechts) ihren Kuchen mit Amaretto und Orangensaft oder serviert ihn pur. Doch wer es fruchtig mag, kann den Teig auch mit Apfelstücken belegen. Foto: Brocks

Butterkuchen mit ganz viel Liebe gebacken

Bremerhaven. Es duftet verführerisch nach frisch gebackenem Kuchen: „Jetzt kommt die Stunde der Wahrheit“, sagt Henriette Wienert. Vorsichtig öffnet sie die Ofentür, holt das Backblech heraus und schneidet wenig später den Butterkuchen an. „Warm schmeckt er am besten“, sagt die Butterkuchenkönigin – und lässt ihre Gäste direkt probieren. Deren Urteil: „Einfach lecker!“. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion hat Henriette Wienert mit sechs Abonnentinnen ihren Butterkuchen gebacken und so manchen Geheimtipp verraten.

„Butterkuchen backen ist eine durchaus zeitintensive Angelegenheit“, sagt Henriette Wienert. Zwei bis zweieinhalb Stunden braucht, wer alles in einem Rutsch machen möchte. „Aber es lohnt sich“, sagt Henriette Wienert, deren Butterkuchen inzwischen legendär ist. Vier Jahre ist der Erfolg beim kreisweiten NZ-Wettbewerb mittlerweile her. Doch auch heute wird die Lunestedterin noch regelmäßig nach dem Rezept gefragt.

„Der Teig muss ordentlich geknetet werden“, ermuntert Henriette Wienert ihre Mitstreiterinnen und verrät den ein oder anderen Geheimtipp. „Ich verwende immer Mehl vom Typ 550. Dann wird der Kuchen lockerer.“ Damit er „gehen“ kann, erhält der Teig ein warmes Plätzchen auf der Heizung oder im angewärmten Ofen. Zeit, um über dies und jenes zu plaudern. „Bei allen Vorbereitungen bleibt die Küchentür zu!“, mahnt Wienert ihre Mitreiterinnen. Sie weiß: „Bei Durchzug wird das nichts!“

Viel echte Butter

Wenn der Teig so weit ist, wird er gleichmäßig auf einem mitButter eingefetteten Backblech verteilt. „Es muss viel echte Butter oben in die Mulden“, sagt die Expertin und verteilt ein halbes Pfund – in kleinen Flocken – auf dem Teig: „Sonst schmeckt das doch nicht!“ Und auch eine andere Zutat darf auf keinen Fall fehlen: „Eine ordentliche Portion Liebe“, sagt Wienert und lacht.

Im Gegensatz zu ihren Lehrlingen backt Henriette Wienert Kuchen grundsätzlich nur mit Heißluft. „Einmal habe ich es bei Ober- und Unterhitze versucht. Da ist der Butterkuchen aber viel zu dröge geworden.“

Dem alten Familienrezept hat die Butterkuchenkönigin mit ein paar Kniffen noch einen Extra-Schliff verpasst. Amaretto und Orangensaft, die nach dem Backen auf den Kuchen geträufelt werden, geben dem Kuchen die besondere Note. „In der Adventszeit füge ich noch einen Hauch von Lebkuchengewürz hinzu. Das schmeckt einfach nur lecker!“ Wer auf den Alkohol verzichten möchte, es aber fruchtig mag, kann vor dem Backen auch ein paar Apfelstückchen auf den Teig legen.

Begeisterung geweckt

„Ich finde das toll, dass man den Teig so gut variieren kann“, sagt die gebürtige Niederländerin Irma van der Bijl: „Bisher habe ich nur selten gebacken, aber jetzt begeistere ich mich mehr und mehr dafür.“ Mit Hefeteig hat die 42-Jährige bislang erst einmal gearbeitet: „Das ist total misslungen. Danach wollte ich das eigentlich nie wieder ausprobieren.“ Doch ihr Mann legte ihr die „NZ+Ich“-Aktion ans Herz – mit Erfolg: „Am Wochenende wird gebacken!“, sagt Irma van der Bijl.

„Ich backe liebend gerne“, sagt Ursula Kaune. Doch auch ihre Butterkuchen-Versuche endeten meistens frustrierend: „Ich habe letztens erst einen gebacken, aber der ist viel zu dunkel geworden. Da war wohl die im Rezept angegebene Temperatur viel zu hoch.“ Ein andermal habe der Kuchen sehr trocken geschmeckt. Das soll ihr beim nächsten Mal nicht passieren: „Ich finde es schön, wenn alle gemeinsam am Tisch sitzen und es ,Oh lecker!‘ heißt“, sagt Kaune und lacht.