Observatory. Kein Gewitter der Welt kann mir mein Geburtstag versauen.
Donnerstag war mein 20. Geburtstag. Die ganze Woche habe ich darüber nachgedacht, ob sich mit Zwanzig wohl irgendetwas verändern wird. Jetzt, mit 20 Jahren, kann ich sagen, dass sich außer der Zahl nichts verändert hat. Ich fühle mich genauso wie vorher.
Mein Geburtstag hat sehr gut begonnen, denn der Himmel war blau, die Sonne hat geschienen und meine Zimmernachbarin Debbie und der Besuch von einer Hausbewohnerin haben für mich ein leckeres Frühstück zubereitet. Danach hat Debbie mich zu einem Supermarkt gefahren, damit ich Kuchen für die Arbeit kaufen konnte. Als wir uns auf den Weg zu meinem Projekt machen wollten, sprang der Motor nicht mehr an. Debbie meinte, dass sie letztens bei einer Tankstelle haltgemacht hat und ein Tankstellenwart dann zu ihr meinte, dass sie unbedingt das Motoröl nachfüllen muss. Diesen Tipp hat sich leider nicht befolgt, daher sind wir von dem Supermarktparkplatz zu der nächsten Tankstelle gelaufen, um Motoröl zu kaufen. Auf dem Parkplatz wieder angekommen standen wir vor der Frage, wo das Öl überhaupt reingehört. Zum Glück kam uns ein Mann zur Hilfe, der besser Bescheid wusste als wir. Der Tankstellenwart hat uns gesagt, dass wir zwei bis drei Liter hineinfüllen müssen. Das kam mir aber sehr komisch vor, daher haben wir es zuerst mit einem Liter versucht und es hat auch funktioniert. Auf dem Weg zur Arbeit habe ich dann schnell meinem Chef geschrieben, dass ich später kommen werde, um an meinem Geburtstag keinen Stress zu kriegen. Bei „Dance for All“ bin ich um die zwanzig Minuten später als eigentlich geplant angekommen und durfte viele Glückwünsche entgegennehmen. Gegen 12.00 Uhr mittags zog dann leider ein unglaubliches Gewitter auf. Es hat geschüttet, wie aus Eimern und gedonnert, dass man teilweise zusammengezuckt ist. Ich dachte nur: „Mein Gott, womit habe ich das verdient?“. Und es hat nicht nur eine Stunde gewittert, nein, es hat sich bis 17.30 Uhr hingezogen. Daheim angekommen war ich etwas deprimiert und hatte Sorge, dass mein Geburtstags-Braai ins Wasser fällt. Ein Mitbewohner sagte mir gegen Abend, das Gewitter an Geburtstagen ganz viel Glück bringen sollen, zumindest sei das in Südafrika der Fall. Das hat mich dann ein Wenig aufgemuntert. Um 17.30 Uhr wurde es, wie schon gesagt, trocken – Perfekt, denn um 19.00 Uhr sollten die ersten Gäste kommen. Wir haben alle draußen sitzen können, haben uns schön unterhalten, ein bisschen getrunken und später super leckeres Fleisch gegessen. Später ging es zur Lower Main Road, unsere kleine Partymeile in Observatory. Groove Lounge war der erste Stopp, hier konnten wir zu guter Musik tanzen und Spaß haben. Nach drei Stunden gab es aber leider einen kleinen Kampf auf der Tanzfläche. Zwei Männer lagen mehr oder weniger auf dem Boden und Drumherum eine Menge Blut. Das hat die Stimmung bei allen etwas runtergezogen und wir hatten keine Lust mehr auf die Groove Lounge. Dann ging es noch zum Stones, eine Kneipe in der man auch Billard spielen kann und ab nach Hause uns ins Bett.

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