Barrydale. Verzweifelte Stunden vor der Nähmaschine und zufriedene Kinder beim Unterrichten.
Letzte Woche Freitag haben wir in der Nähe von Barrydale begonnen, kleine Kinder im Alter von 2-5 Jahren zu unterrichten. Ich habe die Würmer unterrichtet und wir haben unter anderem Giraffen, Löwen und Storche nachgeahmt. Die zwei- und dreijährigen wussten gar nicht was los ist und haben mich mit großen Augen angeguckt und sich nicht von der Stelle bewegt. Ich glaube, die Zweijährige hat auch gerade erst das Laufen angefangen, daher hat eine der Erzieherinnen die Kleine zur Seite genommen. Eigentlich hätte ich die ganze Zeit nur dastehen und „Oh, wie süß“ sagen können, aber ich habe es dann doch geschafft eine Weile mit den Kids durch den Raum zu tanzen. Danach sind wir nach Worcester gefahren, ungefähr 140 Kilometer von Barrydale entfernt, da dort ein großes Einkaufszentrum zu finden ist. Ich habe dort Material für einen Rock gekauft und habe mich am Samstag viele Stunden vor die Nähmaschine gesetzt, um zu nähen. Als ich den Rock fertig genäht hatte, war ich natürlich nicht zufrieden. Daher musste ich viele Nähte wieder öffnen, um dieses Mal Falten einzuarbeiten. Durch die Falten ist die Rockbreite nun zu kurz und ich schaffe es nicht mehr den Rock zu schließen, alles nicht so einfach. Nächstes Mal bin ich schlauer.
Montagmorgen habe ich drei Schulklassen unterrichtet. 1. Klasse, 2. Klasse und 3. Klasse. Die Kinder haben aber alle gut mitgemacht, sodass es auch mit jedes Mal um die dreißig Kinder, nicht sehr anstrengend war. Den Nachmittag hat Pauline übernommen sowie den Dienstagmorgen. Der Dienstagnachmittag gehörte wieder mir und den „Seniors“. Auch hier lief alles rund, bis auf den elfjährigen „Nando“. Am Anfang der Stunde hat er sich auf einen Stuhl gesetzt, also bin ich zu ihm hin und habe gefragt, ob er sich nicht gut fühlt. Er klagte über Kopfschmerzen und als ich seine Stirn angefasst habe, konnte ich feststellen, dass er auch auf jeden Fall Fieber haben muss. Ich habe ihm dann ein nettes Plätzchen zum Hinlegen gesucht, ihm ein kühles Tuch auf die Stirn gelegt und weiter unterrichtet. Am nächsten Tag war er immer noch sehr warm, als wir zur Schule gefahren sind und auch andere Kinder haben sich nicht sehr gut gefühlt, also haben wir den Nachmittagunterricht am Mittwoch ausfallen lassen und „Sabier“, ebenfalls in der Seniorgruppe, besucht. Der arme Kerl lag nämlich schon seit zwei Tagen krank im Bett. Dienstag hatte er nicht bei der Schule angerufen, dass er nicht kommen kann, aufgrund einer Grippe. Was geschah dann? Die Polizei stand gegen Mittag bei ihm vor der Tür. In Südafrika sind die Leute mit der Schulpflicht ziemlich strikt und überprüfen, ob die Kinder schwänzen oder wirklich krank sind, wenn die Eltern nicht angerufen haben. Shame. Heute habe ich die Morgenstunden wieder übernommen, und habe wieder viele Umarmungen bekommen, und Pauline den Mittag. Und mehr kann ich leider nicht aus Barrydale erzählen. Morgen geht es wieder nach Kapstadt, ich freue mich riesig!
