Bei der Führung über die Luneplate hatte Lutz Achilles sein Spektiv mitgebracht. So konnten die Teilnehmer der „NZ+Ich“-Aktion die Vögel hautnah erleben. Foto: Scheer
Bei der Führung über die Luneplate hatte Lutz Achilles sein Spektiv mitgebracht. So konnten die Teilnehmer der „NZ+Ich“-Aktion die Vögel hautnah erleben. Foto: Scheer

„Besser als der Biologieunterricht“

„NZ+Ich“-Aktion: Biologe Lutz Achilles führt über die Luneplate.  Vogel- und Pflanzenwelt erstreckt sich über 1400 Hektar.

 „Welch ein herrlicher Ausblick“, schwärmte Lutz Achilles, als er vom Weserdeich über die Luneplate blickte. Der Diplom-Biologe brachte 37 Lesern der NORDSEE-ZEITUNG die Vogel- und Pflanzenwelt im größten Naturschutzgebiet des Landes Bremen näher.

Im Rahmen der „NZ+Ich“-Aktion führten Achilles und Landschaftsplaner Thomas Wieland über die Luneplate, eine ehemalige Weserinsel im Süden von Bremerhaven. Das EU-Vogelschutzgebiet erstreckt sich über 1400 Hektar. „Im Jahr 2010 hat das Land Bremen das Gebiet von Niedersachsen erworben“, erklärte Wieland. Auf der Fläche werden Kompensationsmaßnahmen für den Hafenausbau durch die bremische Hafengesellschaft Bremenports umgesetzt. „Wenn beispielsweise durch den Bau des Containerterminals Wattflächen verloren gehen, muss im gleichen Maße für Ersatz gesorgt werden“, so Wieland.

Die Landschaft auf der Luneplate ist von traditionellen Wiesen und Weiden geprägt. Zur Be- und Entwässerung wurde ein komplexes Grabennetz erschaffen. Das Grünland bietet vielen gefährdeten Brutvögeln Platz. Dazu zählen unter anderem Kiebitze, Rotschenkel, Uferschnepfen, Wachteln und Feldlerchen. An den Gewässerufern sind Löffel-, Krick- und Knäkenten heimisch. Während der Führung ließ Achilles die NZ-Leser immer wieder durch sein Spektiv blicken. Das Fernrohr ermöglicht es, Vögel auch aus weiterer Distanz hautnah zu erleben. Die meisten Teilnehmer hatten aber auch ein eigenes Fernglas mitgebracht.

Immer wieder versorgte Achilles die Gruppe mit Informationen zu Tieren und Pflanzen. „Viel besser als im Biologieunterricht“, meinte eine jüngere Dame. Vom Beobachtungsversteck aus warfen die Teilnehmer einen Blick auf die Watt- und Wasserlandschaften. Im Außendeichbereich und im Tidepolder – ein Gebiet, das durch ein Sperrwerk Ebbe und Flut im Binnenland ermöglicht – dominieren Gastvögel, die im Frühjahr auf der Luneplate rasten. „Bis zu 3000 Säbelschnäbler kehren hier ein“, so Achilles.

Die Luneplate ist aber nicht nur für Vögel ein attraktiver Lebensraum. Auch seltene Pflanzenarten wie Wiesenkümmel und Kuckucks-Lichtnelke sind dort heimisch. „An jede Pflanzenart sind bis zur 30 Tiere gebunden“, sagt Wieland. Sterbe eine Pflanze aus, seien auch die Tiere bedroht.

Zum Abschluss der Führung ging es für die Gruppe auf den Weserdeich. Von dort aus beobachteten die Naturfreunde die Wasserbüffel. Dann war die Tour beendet. „Und wir sind alle etwas schlauer“, meinte eine Teilnehmerin.