Bei einer „NZ+Ich“- Aktion im Musicaltheater Bremen trafen 14 Leser der NORDSEE-ZEITUNG auf die „Cats“. Foto: Brocks
Bei einer „NZ+Ich“- Aktion im Musicaltheater Bremen trafen 14 Leser der NORDSEE-ZEITUNG auf die „Cats“. Foto: Brocks

Auf Schmusekurs mit „Cats“

Bremen. Nein, menschenscheu sind sie wahrlich nicht: Neugierig schleichen die Katzen um die Besucher herum, beschnuppern sie und posieren geduldig für Fotos. „Die Bewegungen wirken so echt. Man könnte fast vergessen, dass es sich um Menschen handelt“, sagt eine Besucherin und lacht. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion durften 14 Abonnenten der NORDSEE-ZEITUNG bei „Cats“ im Bremer Musicaltheater hinter die Kulissen schauen.

„Bei uns schlüpfen 28 Darsteller in 35 Rollen“, erklärt Company-Manager Steve Diamond. Da werde es hinter der Bühne schon einmal eng: „Hier hat aber alles und jeder seinen Platz“, betont Diamond und deutet auf mobile Schränke, in denen handbemalte Lycra-Anzüge, Fellteile und Katzen-Schwänze auf Kleiderbügeln hängen. „Für jeden Darsteller werden drei Kostüme maßgeschneidert. Eines für jede der täglich bis zu zwei Shows und da die Kostüme viel aushalten müssen, ein weiteres als Reserve“, erklärt Diamond. Auch jede der mehr als hundert Perücken wurde speziell für ihren Träger angefertigt. Kostenpunkt: 2000 Euro pro Stück.

Ein Wettkampf gegen die Zeit

Perückenprofis kümmern sich täglich darum, dass die Katzen-Frisuren auch optimal sitzen. Schminken aber müssen sich alle Darsteller nach einer mehrstündigen Einweisung selbst. „Jeder Pinselstrich, jede Farbschattierung muss sitzen“, erklärt Tourmanagerin Sophie Goudard. Schließlich sollen die Zuschauer die einzelnen Katzencharaktere problemlos voneinander unterscheiden können. „Für die aufwendigen Make-ups brauchen die Darsteller meist eineinhalb Stunden“, sagt Goudard. Das ein oder andere langjährige Ensemblemitglied schaffe die Verwandlung auch in 45 Minuten. „Und dann gibt es einige Darsteller, die sich während des Stücks zwei- bis dreimal in andere Charaktere verwandeln. Sie müssen in weniger als 15 Minuten fertig sein“. Ein Wettkampf gegen die Zeit.

Das gesamte Ensemble steht in der rund zweieinhalbstündigen Show fast durchgängig gemeinsam auf der Bühne: „Besonders für Tänzer ist Cats sehr anstrengend“, weiß Diamond. Denn wenn sich die Katzen beim Jellicle-Ball zum großen Tanz versammeln, sind sie eine Viertelstunde ohne Pause in Aktion. „Unsere Darsteller gehen täglich an ihre Grenzen.“ Keine Show verlange den Darstellern mehr ab. „Aber wer ‚Cats‘ tanzen kann, hat beste Voraussetzungen für alle anderen Musicals“, so Diamond.

„Ich war überrascht, dass die Musiker gar nicht im Orchestergraben sitzen“, sagt NZ-Leser Henning Mahlstedt. Um den Katzen möglichst viel Raum zu geben, sitzen die neun Musiker in einer Kabine hinter der Bühne. „Der Dirigent sieht über zwei Monitore, was auf der Bühne geschieht“, so Diamond. „Wie klein die Bühne doch ist. Aus dem Zuschauerraum wirkt alles viel größer“, staunt Gunda Mahlstedt, während sie sich in den Schrottplatz-Kulissen umschaut. „Für unsere Katzen wird es hier manchmal schon recht eng“, sagt Diamond und schmunzelt: „Ein Wunder, dass es da nicht öfter zu Revierkämpfen kommt.“