Neugierig und verfressen: Alpaka-Hengst Lennox hat es Leserin Ria Härtel angetan. Foto: Brocks
Neugierig und verfressen: Alpaka-Hengst Lennox hat es Leserin Ria Härtel angetan. Foto: Brocks

Alpakas machen glücklich

Leser kommen Andentieren bei „NZ+Ich“-Aktion in Misselwarden ganz nah.

Bruno ist brummelig: Während seine Kumpel auf der Weide grasen, darf der Alpaka-Hengst nicht einmal das Grün am Wegesrand anknabbern. „Wenn wir die Tiere hier fressen lassen, kommen wir hier so schnell nicht mehr weg“, erklärt Dagmar Herr beim Spaziergang mit den Tieren und lacht. Sie kennt ihre Pappenheimer. Seit 2013 züchten Dagmar und Andreas Herr in Misselwarden die Andentiere. Bei einer „NZ+Ich“-Aktion stellten sie am Sonntag den Lesern der NORDSEE-ZEITUNG ihre Herde vor.

Mit Bruno, Christebello, Montevideo und Freddy am Führstrick drehten die Teilnehmer eine kurze Runde um den Hof in Misselwarden: „Das ist sehr entspannend, man wird gleich ruhiger und irgendwie glücklicher“, sagte Ursel Dietrich – auch, wenn anfangs nicht ganz klar war, wer hier mit wem spazieren geht. „Die Tiere sind ganz schön flott“, merkte Ursel Dietrich. Wer am Strick zerrt und zieht, erntet nur Gegenwehr. Leichtes Stupsen aber muss manchmal sein, vor allem, wenn das Grün lockt.

Nach dem Trekking erfuhren die Leser Wissenswertes über Abstammung, Haltung und Zucht der Tiere. „Die sehen so unglaublich knuddelig aus. Am liebsten würde man mit ihnen kuscheln“, sagte Ria Härtel. Doch Alpakas halten nicht viel davon, auf „Tuchfühlung“ zu gehen. „Alpakas sind Fluchttiere, mögen keinen Körperkontakt“, erklärte Dagmar Herr. Streicheln und Liebkosen ist daher tabu, auch wenn es schwer fällt. „Das würde die Tiere stressen“, erklärte Dagmar Herr. Dann könnten sie auch mal ungemütlich werden: „Ansonsten spucken sich Alpakas nur gegenseitig an, das ist sozusagen ihre Sprache.“

Besser als jeder Rasenmäher - Alpakas.
Besser als jeder Rasenmäher – Alpakas.

Alpakas stammen ursprünglich aus den südamerikanischen Anden. Ihr dickes Fell schützt sie gegen Wind und Wetter. Nach Cashmere ist Alpaka-Wolle die Zweitteuerste der Welt. „Sie ist extrem fein und weich. Und weil sie kaum Lanolin enthält, riecht sie nicht und ist auch für Allergiker geeignet“, erklärt Dagmar Herr. Zudem speichere die Wolle Wärme deutlich besser als Schafwolle. „Schon die Inkas wussten um die Qualität der Faser und nannten sie das Vlies der Götter.“

 

Heu, Gras und Wasser – mehr brauchen Alpakas normalerweise nicht. Bei Luzerne-Leckerlies lassen sich die Tiere allerdings auch nicht lange bitten. Vor allem Lennox kennt kein Halten mehr: Er knufft den ein oder anderen Futterlieferanten auch mal vorsichtig, wenn es ihm nicht schnell genug geht. „Ich finde es wunderbar, dass wir die unterschiedlichen Charaktere der Tiere kennenlernen“, sagte Ria Härtel.

„Man merkt, dass die Tiere scheu und zurückhaltend, aber auch freundlich und neugierig sind“, sagte Tomma Holtz, für die die Aktion ein voller Erfolg war. „Ich habe heute so viel Neues über diese Exoten erfahren.“