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Verrücktes Hirn bei der WM

Bremerhaven. Es sind nur fünf Minuten, aber danach sind alle erschöpft. Und das nicht nur, weil die Rollkunstläufer unentwegt in Bewegung sind, meist auch noch in hohem Tempo. Fast noch anstrengender ist es, die ganze Zeit über die Konzentration hochzuhalten. Jede Sekunde müssen die Läufer aufmerksam sein, um den nächsten Takt nicht zu verpatzen. Das sind hohe Ansprüche, aber schließlich geht es hier um eine Weltmeisterschaft – und das auch noch im eigenen Land. Von Torsten Melchers

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Das fünfminütige Programm, mit dem der ERC bei der Rollkunstlauf-Weltmeisterschaft in Freiburg antritt, trägt den Titel „Mad Brain“ und erzählt die Geschichte eines Menschen (Constance Hoßfeld/Mitte), der die Kontrolle über sein Hirn (dargestellt von den anderen Läufern) verliert. Foto nz

Erstmals in der Geschichte des Deutschen Rollsport- und Inliner-Verbands tritt eine Mannschaft aus Deutschland in der Kategorie kleine Showgruppe bei der WM an. Geschafft hat das der ERC Bremerhaven: Die „Rollerbeasts“ wurden bei der Europameisterschaft Siebte – und die ersten acht qualifizierten sich für die WM in Freiburg. Allein das ist ein großer Erfolg, aber Constance Hoßfeld verspricht: „Seither haben wir viel trainiert und enorme Fortschritte gemacht.“

Zu verdanken ist der Höhenflug nicht nur dem Ehrgeiz und dem Können der Mannschaft, sondern auch Alina Sabaté der Choreografin aus Barcelona. Seit 2008 treibt sie mit ihrer Professionalität und ihrer Begeisterung die ERC-Truppe zu immer neuen Leistungen. Zwar spricht sie nicht Deutsch und nur gebrochen Englisch, aber sie ist selbst eine brillante Rollkunstläuferin und macht einfach vor, was sie meint.

Constance Hoßfeld kennt sie noch aus ihrer Zeit als Einzelläuferin, in der sie Konkurrentinnen waren. „Ich bin froh, dass ich einem echten Profi bei der Arbeit zuschauen kann“, sagt sie über die Choreografie-Arbeit von Alina Sabaté, schließlich entwirft die Bremerhavenerin auch selbst Choreografien.

Das Stück mit dem der ERC bei der WM das Wertungsgericht beeindrucken will, trägt den Titel „Mad Brain“. Die Hauptrolle hat Constance Hoßfeld, sie spielt einen Menschen, der die Kontrolle übers eigene Gehirn verliert. Das Hirn wird von den anderen Bremerhavenern dargestellt: Julia Ihmels, Milena Roes, Pamela Hoßfeld, Genia Kaireit, Ines Karger, Alexander Hoßfeld, Tanja Schäding und Ronja Reinicke.

Abstand zur Weltspitze

Thema, Musik und Kostüme sind allesamt Ideen von Alina Sabaté. Constance Hoßfeld lobt: „Die führenden Nationen in unserer Sportart sind Spanien und Italien. Alina haben wir es zu verdanken, dass wir den Abstand zu ihnen verkleinert haben.“

Das hat durchaus seinen Preis: Aus eigener Tasche haben die neun ERC-Läufer in den vergangenen Monaten rund 13 000 Euro bezahlt, um sich selbst in WM-Form zu bringen.

Wie gut in Freiburg die sportlichen Aussichten sind, ist schwer einzuschätzen. Eine Medaille wäre zwar eine Sensation, aber mit dem Heimvorteil vielleicht möglich. Favoriten sind die insgesamt vier Teams aus Spanien und Italien. „Platz fünf wollen wir schon schaffen“, sagt Constance Hoßfeld. Unsicherheitsfaktor in dieser Rechnung ist die Truppe aus Brasilien, deren Klasse schwer einzuschätzen ist.

Insgesamt treten in Freiburg zehn Mannschaften an. Die „Rollerbeasts“ des ERC sind gestern im Kleinbus nach Freiburg gefahren. Der Wettkampf findet am morgigen Donnerstag ab 20 Uhr statt. Gegen 21.30 Uhr sind alle Mannschaften durch, danach ist Siegerehrung.

Und dann wird sich zeigen, ob die fünf Minuten nicht nur anstrengend, sondern vielleicht auch erfolgreich waren.

Artikel vom 18.11.09 - 16:00 Uhr
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