
Hintergrund des erzwungenen Abschieds ist die Kooperation der Kölner Haie mit den Füchsen Duisburg. Beim DEL-Club aus Köln steht Sturm unter Vertrag, eigentlich sollte er wie schon im vergangenen Jahr eine Förderlizenz für die Pinguins erhalten. Doch dann stieg Ralf Pape als Investor bei den Haien ein. Pape ist gleichzeitig Hauptgesellschafter der Duisburger Füchse, die nach ihrem DEL-Rückzug künftig aller Voraussicht nach in der Zweiten Liga spielen werden. Beide Vereine vereinbarten eine Kooperation, wonach sämtliche Kölner Förderlizenz-Spieler für Duisburg spielen werden – also auch Sören Sturm.
„Das ist bitter für uns“
„Das ist sehr bitter für uns“, sagt Pinguins-Teammanager Alfred Prey, verärgert über die neue Situation ist er aber nicht. „Wir akzeptieren das, wir haben schließlich selbst eine ähnliche Kooperation mit den Hannover Scorpions.“
Sturm selbst allerdings kann sich mit dem Zwangswechsel nicht so recht abfinden. „Ich habe in Duisburg nichts unterschrieben und das werde ich auch erst mal nicht. Ich will abwarten, wie die Situation im Winter ist. Vielleicht kann ich ja doch noch für Bremerhaven spielen.“ In seiner Zeit hier sind ihm die Pinguins ans Herz gewachsen. Im vergangenen Jahr machte er 33 Spiele für den Eishockey-Zweitligisten, erzielte sechs Tore und gab 15 Vorlagen.
„In Bremerhaven stimmt das Umfeld, hier fühle ich mich wohl“, sagt der 19-Jährige, und auch privat hängt sein Herz an der Seestadt. Seine Freundin wohnt hier, zudem geht Sturm hier zur Berufsschule. Er macht eine Ausbildung zum Bürokaufmann.
DEL ist das vorrangige Ziel
Doch bei aller Liebe, vorrangig ist für den 19-Jährigen ohnehin die DEL: „Ich will mich in diesem Jahr in Köln durchsetzen, dann erledigt sich das Thema von selbst.“ Die Voraussetzungen sind nicht schlecht. Sturm hat eine gute Saison gespielt, zudem mit dem neuen Haie-Coach Igor Pavlov einen Trainer, der auf junge Spieler setzt. Im Sommertraining bekommt Sturm schon mal zu spüren, auf was der Ex-Trainer der Pinguins noch setzt: körperliche Stärke. „Wir trainieren manchmal viermal am Tag“, sagt Sturm.
Viel besser haben es seine Kollegen in Bremerhaven allerdings auch nicht. Zwei- bis dreimal müssen sie derzeit im Sommertraining unter der Leitung von Sören Staschen täglich schuften. Allerdings sind die Ausländer und die Förderlizenzspieler aus Hannover nicht dabei. So sind es zunächst nur neun Spieler, bei denen der Schweiß in Strömen fließt.
Dafür, dass es bald mehr werden, schuftet Teammanager Prey – und zwar am Schreibtisch. Spielersuche heißt die schweißtreibende Beschäftigung. „Vorrangig suchen wir zwei Verteidiger, möglichst mit einem gewissen Maß an Erfahrung.“ Er hat schon Gespräche mit Spielern aus Nordamerika geführt, auch nach Schweden und Finnland haben die Pinguins ihre Fühler ausgestreckt. „Die Spieler aus Skandinavien sind aber noch zu teuer für uns. Wir hoffen, dass die Preise noch fallen.“
