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Aufgeben? Nicht die Bohne

Bremerhaven (ewm). „Das ist einfach nur schön“, sagte Andreas Glock, nachdem er nach 5:16:41 Stunden den Marathon bewältigt hatte.

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Eine knappe Viertelstunde später wäre die Zeitmessung geschlossen worden. Andreas Glock, der alle Marathons in Bremerhaven mitgelaufen ist und immer als Letzter eintrudelte, schaffte die 42,195 Kilometer in der vorgegebenen Zeit und konnte endlich einmal das Fischbüfett bei Karstadt für die Marathonis genießen, nachdem er zuvor immer leer ausgegangen war. Das Büfett war nach seinen vorherigen Auftritten immer schon abgeräumt.

Nicht nur das. Ein Fernsehteam von Radio Bremen hatte ihn während seines Laufes begleitet. Sieben Minuten Marathon aus Bremerhaven soll es heute bei Radio Bremen im „Sportblitz“ um 19.15 Uhr geben. Mittendrin der „Nichts-ist-unmöglich-Mann“ und Bohnenzähler Andreas Glock.

Kaum zu glauben. Sprecher Arthur Schmidt empfing ihn mit warmen Worten, nachdem er ihn im Vorjahr als Mann mit der Hüfte bezeichnet hatte. Alles ist wieder gut zwischen den beiden. Denn Arthur Schmidt hatte für ihn auch „Simply the best“ auflegen lassen, als er ins Ziel kam. Ein fast geheimer Wunsch von Glock, der aber bis zum Zielsprecher durchdrang.

Andreas Glock war überwältigt. Zumal ihm noch Mikrofone zu Interviews hingehalten wurden. Da waren sogar noch drei Mann hinter ihm auf der Strecke.

Klar, dass er Schwächephasen während des Laufes hatte. Er hatte aber auch starke Momente, in denen er glaubte, unter fünf Stunden bleiben zu können. „Aber das wäre zu viel gewesen. Ich habe Tempo herausgenommen“, sagt der 50-Jährige.

Er war gut drauf während des Marathons. So gut, dass er die Hamburgerin Doris Lamneck, die den Halbmarathon lief, bis ins Ziel motivierte.

Er erzählte ihr von der Philosophie „Nichts ist unmöglich“ und die Geschichte mit den Bohnen, die er sich bei schönen Erlebnissen in von der rechten in die linke Tasche steckt. Es wirkte.

„Es ging mir viel besser“, bestätigt Doris Lamneck, „der Kopf war wieder frei.“ So hatte auch sie ein Erfolgserlebnis.

Andreas Glock indessen verteilte nach dem Lauf freizügig seine getrockneten Bohnen („Probieren Sie es aus“) und getrocknete Aprikosen. „Jedes Mal, wenn Sie jetzt eine Aprikose essen, werden Sie an mich denken“, sagte er zu den Fernsehleuten.

Die freuten sich mit Glock und waren ganz sicher, im richtigen Film zu sein.

Der Bohnenzähler Andreas Glock beim Start. Erstmals wurde er in Bremerhaven nicht Letzter. Als er ins Ziel kam, waren noch drei Läufer auf der Strecke. Diese Leistung war ihm 50 Bohnen wert.

Artikel vom 13.07.09 - 12:00 Uhr
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