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„ALBA ist dort, wo wir hin wollen“

Bremerhaven. Nun aber zackig. Wer am Sonntag die Eisbären Bremerhaven gegen den achtfachen deutschen Meister ALBA Berlin in der Stadthalle sehen will, muss sich sputen. Denn für das Topspiel der Basketball-Bundesliga gibt es nur noch knapp 300 Karten. Die Albatrosse entpuppen sich auch in dieser Saison als Publikumsmagnet – nicht nur in Bremerhaven. Von Oliver Riemann

Ob es Kevin Lyde auch gegen ALBA Berlin krachen lassen wird, steht noch nicht fest. Der Center ist im Training umgeknickt.  Foto bild vergrößern
Ob es Kevin Lyde auch gegen ALBA Berlin krachen lassen wird, steht noch nicht fest. Der Center ist im Training umgeknickt. Foto: Scheschonka

Für Eisbären-Cheftrainer Doug Spradley sind die Gäste aus der Hauptstadt das derzeit beste deutsche Team. Chancenlos sieht er seine Jungs allerdings nicht. „Wir müssen 40 Minuten lang voll konzentriert sein, müssen bereits sein, um jeden Ball zu kämpfen und gut treffen. Dann haben wir auch gegen ALBA eine Chance“, behauptet der 43-jährige Coach.

Die Berliner, so Spradley weiter, seien dort, „wo wir hin wollen“. ALBA spiele auf einem hohen Niveau. Spradley: „Bis auf Kenan Bajramovic und Derrick Byars ist die Mannschaft schon lange zusammen. Sie sind komplett eingespielt, das ist ein großer Vorteil.“ Und noch eine Stärke hat der Eisbären-Übungsleiter ausgemacht: „Sie werden nie unruhig, wenn sie in Rückstand liegen. Sie spielen konzentriert und meistens auch sehr diszipliniert weiter und gewinnen daher viele Begegnungen noch.“

So sei es auch beim letzten Auswärtssieg in Quakenbrück bei den Artland Dragons gewesen. Da hätten die Berliner gewonnen, obwohl Top-Werfer Julius Jenkins das gesamte letzte Viertel überhaupt nicht mehr gespielt habe. „Und trotzdem haben sie in diesen zehn Minuten 28 Punkte erzielt. Das spricht für die Ausgeglichenheit im Kader. Bei ALBA kann jeder Spieler eine Partie entscheiden“, so Spradley.

Immanuel McElroy, einer der besten Verteidiger der Liga, hole in der entscheidenden Phase oft wichtige Offensiv-Rebounds. Julius Jenkins sei immer für eine überraschende Aktion gut, mit den beiden „Langen“, Dragan Dojcin und Bajramovic, hätten die Berliner sehr gute, große Schützen von draußen. „Da hat jeder seine Qualitäten, und er ist immer in der Lage, diese ganz schnörkellos auszuspielen“, weiß Spradley.

Der Eisbären-Coach weiß aber auch, wie die Berliner zu packen sind. Denn in der vergangenen Saison hätte Spradley die Albatrosse mit seinen Paderbornern im Playoff-Viertelfinale fast aus dem Titelrennen geworfen. „Aber eben nur fast“, wie er augenzwinkernd sagt. Trotzdem glaubt er, die geeigneten Mittel zu kennen. „Sie haben ihre Spielweise ja nicht grundlegend geändert. Es sind einige neue Systeme hinzugekommen, aber die Grundausrichtung ist identisch“, so der Trainer.

Im Training umgeknickt

Er hofft morgen vor allem darauf, dass Center Kevin Lyde mitwirken kann. Der 2,06-Meter-Mann hatte vor dem Frankfurt-Spiel Rückenprobleme, konnte nur einmal trainieren. „Die Rückenschmerzen sind zwar weg, aber Kevin ist vorgestern im Training umgeknickt. Wir müssen kurzfristig entscheiden, ob er spielen kann“, verrät Spradley.

Sollte der Center nicht mitwirken können, „müssen die anderen in die Bresche springen. Es ist doch normal, das der eine oder andere Spieler mal nicht zur Verfügung steht“, so der Trainer.

Nicht gefährdet ist hingegen der Einsatz von Louis Campbell, der vor dem Frankfurt-Spiel an einer Wadenverletzung laborierte. „Er ist beschwerdefrei und hat voll trainiert“, sagt dessen Coach.

Doch egal, in welcher Besetzung die Eisbären antreten, alle fiebern dem Spiel gegen die Berliner entgegen. „Die Jungs freuen sich auf die große Kulisse, aber vor allem auf das Duell mit einem Top-Gegner. Mit dem wollen sie sich messen“, meint Spradley.

Eines dürfen sich die Bremerhavener nicht leisten - individuelle Fehler wie beim letzten Spiel in Frankfurt. Dann haben sie gegen ALBA keine Chance.


Artikel vom 12.12.09 - 06:00 Uhr
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