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Jugendliche aus aller Welt packen mit an


Wulsbüttel. Die Sonne scheint, die Säge kreischt, junge Freiwillige hämmern, bohren und schrauben fleißig. Nicht ungewöhnlich im Schullandheim Dreptefarm in Wulsbüttel. Würden sich diese junge Leute nicht auf Englisch oder Spanisch unterhalten. Bei einem internationalen Workcamp arbeiten und leben derzeit 16 Jugendliche aus acht Ländern auf der Dreptefarm. Von Marc Wagner


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Aus aller Herren Länder sind sie gekommen, um in Wulsbüttel zu helfen (von links): Paula Blanco Ortiz (19), Tobias Kraus (20), Magdalena Kolbe (17), Isabel Perez Santos (20) und Luis Cobos Palenzuela (19). Fotos mcw

Sie kommen aus Spanien, Armenien, Tschechien, Kroatien, der Ukraine, aus Schweden, Süd-Korea und auch aus Deutschland. Sie gehen noch zur Schule oder Universität, die jüngste ist 17 Jahre alt, der älteste 24. Liebe zur Natur, Neugier auf andere Kulturen und ein wenig Abenteuerlust haben sie hier zusammengeführt, auf der Froschfarm in Wulsbüttel im Landkreis Cuxhaven, Niedersachsen, Deutschland.

„Das ist für mich nicht alltäglich, Menschen aus so vielen verschiedenen Ländern zu treffen“, erzählt Luis Cobos Palenzuela aus Spanien. Er lerne hier so viel, handwerklich und menschlich. „Durch so eine Erfahrung wird man persönlich reifer“, sagt der 19-jährige Psychologie-Student. Auch Hyewon Kwon aus Süd-Korea ist auf den Geschmack gekommen. Die 20-jährige Jura-Studentin nutzt ihren Aufenthalt in Europa in vollen Zügen: „Erst ein Sommerkursus in Utrecht, jetzt die Dreptefarm, dann noch ein Workcamp in Hamburg und vier Tage Urlaub in Berlin.“

Sönke Hofmann, Leiter des NABU-Schullandheims, ist begeistert von seinen Gästen: „Hier kommen so viele Erfahrungen aus vielen verschiedenen Lebenswelten zusammen.“ Und die Dreptefarm profitiert dauerhaft von dem internationalen Besuch. Sie isolieren ein Gebäude des Schullandheims, stellen sechs Info-Tafeln auf, verkleiden einen Holzschuppen mit Baumscheiben, entfernen Kantsteine von der künftigen Streuobstwiese, legen eine Totholz-Hecke an.

Und mittendrin wuselt Sönke Hofmann. Hier korrigiert er mal ein schiefes Brett, dort hilft er, ein Loch zu bohren. „Manche hier haben zum ersten Mal einen Akkuschrauber in der Hand“, erzählt er schmunzelnd, „man muss eben die ein oder andere ‚Kreativität‘ zulassen.“ Sechs „eingeborene“ Freiwillige unterstützen darum die internationale Truppe.

Gegenseitiges Kennenlernen

Doch Arbeit ist nicht alles: Die Jugendlichen leben als eingeschworene Gemeinschaft auf der Froschfarm, acht Länder unter einem Dach. Sie kochen Spezialitäten ihrer Heimat, sie machen Spiele, sie diskutieren. Magdalena Kolbe, 17-jährige Schülerin aus Siegen, staunt: „Das Zusammenleben lief schon nach kurzer Zeit wie selbstverständlich.“ Tobias Kraus aus Waiblingen weiß auch, warum: „Wir haben einfach alle den Wunsch, uns kulturell auszutauschen.“ Der 19-jährige Abiturient gibt ein Beispiel: „In Spanien zählt man anders mit den Fingern – über so etwas unterhalten wir uns gerne.“

Begeistert von so viel Völkerverständigung an der Drepte spendete eine ältere Dame aus der Umgebung kurzerhand ihr 500 Euro schweres Sparschwein. Zur Freude von Sönke Hofmann kommt die bunte Truppe dadurch noch zu einem Ausflug ins Weltnaturerbe Wattenmeer.

So können die jungen Leute viele Eindrücke, Erinnerungen und neue Freundschaften mitnehmen, wenn sie am Wochenende wieder aufbrechen, von Wulsbüttel zurück in die Welt.

Workcamps

Workcamps sind zwei- bis vierwöchige Freiwilligeneinsätze in internationalen Gruppen von 10 bis 20 junge Menschen. So sollen sie arbeiten, lernen, Kontakte knüpfen. Vermittelt werden die Camps vom Service Civil International (SCI), einer gemeinnützigen, internationalen Organisation.

www.sci-d.de

Artikel vom 29.07.10 - 16:00 Uhr
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