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Urbanski kommt aus Schwerte, Kubis aus Oberhausen. „Wir kennen uns aus der gemeinsamen Lehrzeit seit 1962, haben in Sterkrade bei GHH (Gutehoffnungshütte) Bauschlosser gelernt, sind seitdem eng befreundet“, sagt Urbanski. „Der Plan dieser Tour wurde lange geschmiedet“, ergänzt Kubis, „als Ruheständler wollten wir einmal etwas ganz Verrücktes machen. Nun ist es soweit.“ In Cappel-Neufeld schlugen die beiden jetzt für zwei Tage ihr Zelt im Außendeich auf.
Die stämmigen Ruhrpöttler gehören dem Club „urbi-tours“ an, dessen Motto M.e.K.d.N.K.e. (Mit eigener Kraft die Natur und Kultur erleben) lautet. „Da seid ihr bei mir an der richtigen Adresse“, sagte Michael Kurzok, Vorsitzender des Naturistenvereins und Betreiber des Container-Restaurants Ankerstübchen in Cappel-Neufeld. „Ich bring euch ein Stück Kultur bei“, sagte er und holte drei gefüllte Schnapsgläser. „Was ist das denn?“, wollte Urbanski wissen. „Das ist ein Gehängter“, erläuterte der Wirt, ein Wacholderschnaps mit einem Appetitsild.“ „Tolle Sache, da putzen wir einige von weg und sparen so das Abendbrot“, schlug Kubis vor. Es wurde ein langer und vor allem lustiger Abend.
Die Radler sind am 19. Mai in Schwerte gestartet. „Zu dritt, denn für zweieinhalb Wochen hat uns die Bekannte aus unser Fahrradgemeinschaft, Anke Winkler, begleitet“, so Urbanski.
Die Route wurde von den Ruheständlern ausgearbeitet. „Wir wollten kein Quartier aufsuchen, sondern im Zelt übernachten. Ersatzteile und Werkzeug, Wäsche zum Wechseln, die zwischendurch auch gewaschen wird, wurden in wasserdichten Taschen verpackt“, berichten die Radler.
Die Route führte von Schwerte über Oberhausen, Bocholt, Rheine, weiter entlang des Dortmund-Ems-Kanals bis Emden. Von dort aus ging es entlang der Küste bis Dangast und Collrunge. „Dort haben wir uns mit vier weiteren Radlern aus unserer Truppe getroffen und sind eine Woche durch die Lande gezogen“, so Kubis.
Je nach Tagesform und Wetter legt das Duo zwischen 50 und 100 Kilometer am Tag zurück. Von Cappel-Neufeld ging es gestern weiter nach Otterndorf und Wischhafen, danach führt die Route über die Elbe nach Wilster. Von der dänischen Grenze führt der Weg an der Ostsee entlang nach Rügen. Ein Ziel ist noch die Fehmarnsundbrücke. Da haben wir als Lehrlinge dran gearbeitet“, erinnert sich Urbanski. Über Usedom geht es quer durch Mecklenburg-Vorpommern zum Teutoburger Wald und dann Richtung Heimat. Dann ist es Mitte August.
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