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Gefährliches Erbe wird entsorgt

Kreis Cuxhaven (gwh). Nach dem Amoklauf von Winnenden geben auch Cuxland-Bewohner Gewehre, Pistolen und Munition bei Polizei und Kreisverwaltung ab: Bis gestern waren es 74 Waffen, darunter auch eine illegale Waffe.

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Neben Schreckschusswaffen werden scharfe Revolver oder Pistolen, Luft-, Sport- und Schrotgewehre zurückgegeben. Deren Besitzern wurden der Aufwand und die Kosten für eine sichere Verwahrung im Waffenschrank zu groß, zumal, wenn es ungenutzte Erbstücke sind. Alle abgegebenen Waffen werden vernichtet.

Nach dem Amoklauf in Winnenden am 11. März rief Innenminister Uwe Schünemann (CDU) illegale Waffenbesitzer auf, nicht registrierte Waffen bei den Behörden abzugeben. Sie dürfen auf Straffreiheit hoffen. Dies gilt vor allem auch für geerbte Waffen, die seit langem ungenutzt auf dem Dachboden oder im Keller liegen. Wie die illegale Waffe vom Opa, die die Erben jetzt beim Kreis abgaben.

Sie nutzen nun die Chance der kostenlosen Entsorgung. „Es kommen täglich weitere Waffen dazu“, sagt Anja Haack vom Ordnungsamt. Dazu trägt auch die noch nicht abgeschlossene Briefaktion des Kreises bei: Er schreibt alle 7000 Waffenbesitzer im Cuxland an und fordert sie auf, Unterlagen als Nachweis für die sichere Aufbewahrung von Waffen und Munition vorzulegen. Wer sie freiwillig abgeben will, kann sich an den Kreis ( 0 47 21/66 20 75) oder die Polizei ( 0 47 21/57 30) wenden.

Der illegale Waffenbesitz ist eine Straftat. Polizei und Staatsanwaltschaft in Niedersachsen trafen unter dem Eindruck des Amoklaufs aber eine Vereinbarung: Danach wird das Ermittlungsverfahren eingestellt, wenn über den illegalen Besitz der Waffe hinaus keine Straftat vorliegt und deren Herkunft geklärt werden kann. Diese Regelung gilt bis Ende Dezember. Nach dem Amoklauf von Erfurt 2002 waren diese Legalisierungsmöglichkeiten in die Waffengesetze aufgenommen worden.



Waffenkontrolle wird zum Rohrkrepierer
Artikel vom 10.07.09 - 11:00 Uhr
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