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Wie die Profis trainieren die 16 bis 17 Jugendlichen mittwochs auf dem Sportplatz in Debstedt. Erst seit vergangenem Sommer offiziell als Mannschaft der A-Jugend des TSV Debstedt gemeldet, gehen sie tapfer ihrem ersten Sieg entgegen. Trainiert werden sie von Stadtjugendpfleger Dennis Rösner. „Wir spielen vor allem gemeinschaftlich“, sagt der 17-jährige Hashem Hachem aus Bremerhaven. Dem stimmt auch sein 14-jähriger Bruder Majed zu. Der ist zwar nicht Mitglied der Mannschaft, aber trotzdem regelmäßig beim Training dabei.
Timo Rabenhorst aus Sievern hingegen favorisiert Deutschland, sein Mitspieler, Finn Roßhoob aus Bremerhaven, weiß: „Deutschland wird auf keinen Fall Weltmeister. Die haben viel zu junge Spieler.“ Obwohl sein Liebling, Tim Wiese vom SV Werder Bremen, mit dabei ist im deutschen Team, lässt sich der 17-Jährige von seiner Meinung nicht abbringen. „Kaum internationale Erfahrung“, argumentiert er kurz und läuft zum Aufwärmen eine weitere Runde um den großen Platz.
„Spanien wird das Turnier gewinnen, ist doch klar“, wirft der 16-jährige Nils Wunderlich aus Debstedt ein. „Die sind ja auch schon Europameister.“ – „Nein Argentinien“, hält Alexander Kaptan, ebenfalls aus Debstedt, dagegen. Eine Begründung indes hat er nicht. Es sei halt ein Bauchgefühl, meint er nur, bevor er ins Training einsteigt und versucht, Justin Feistel im Tor zu bezwingen.
„Los jetzt, ran da!“, hört man es immer wieder über den Platz schallen. Aber der Ball streicht knapp am Tor vorbei. „Oberkörper runter! Dann ist der auch drin!“, ruft Trainer Dennis Rösner, „der nächste Versuch muss klappen, sonst sind wieder Liegestütze angesagt.“ Und darauf hat nun wirklich keiner der Jungs Lust. Denn in erster Linie geht es ihnen um den Spaß und nicht um Pokale oder Meisterschaften.
Das kann auch Betreuerin Nina Machner bestätigen, die die Jugendlichen zu den Auswärtsspielen fährt. Der Zusammenhalt innerhalb des Teams sei sehr wichtig. „Die haben sich im Jugendzentrum kennengelernt“, sagt Machner, „mittlerweile sind echte Freundschaften entstanden. Jeder gehört dazu.“ Daher sei es auch nicht verwunderlich, dass die jungen Männer trotz manch hoher Niederlage weiter zusammenstehen – wie die Profis eben.
Mit derselben Leidenschaft, die sie in ihren eigenen Spielen zeigen, werden die Teammitglieder natürlich auch die Spiele der Fußball-Weltmeisterschaft verfolgen. Das gehört dazu.
Auch wenn Alexander, Timo, Hashem, Akram und Justin glauben, dass es die Löw-Truppe nicht bis ins Finale schafft, drücken sie ihnen kräftig die Daumen. Die Vorrunde ist das Mindeste. Zumindest darin herrscht Einigkeit. Und wenn Manuel Neuer im Tor der Nationalelf genauso gut hält wie Justin Feistel an diesem Abend in Debstedt, kann eigentlich nichts schiefgehen. Eigentlich…
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