Wremen. Ob Wremen nun noch in diesem Jahr eine neue Wachstation für die DLRG bekommt, steht in den Sternen. Der Grund: Die Kosten sind explodiert, über 300 000 Euro dürfte der Neubau verschlingen. Im Kurausschuss war man entsetzt – und beauftragte eine Arbeitsgruppe damit, herauszufinden, an welcher Stelle gespart werden kann.
Kurdirektorin Sandra Langheim hatte die undankbare Aufgabe, den Politikern zu erläutern, warum das rund 110 Quadratmeter große Gebäude so teuer wird. Es wird von den Bremerhavener Lebensrettern genutzt, die am Strand für Sicherheit sorgen. Die Station, so Langheim, sei gleichzeitig eine DLRG-Ausbildungsstätte. Häufig seien die künftigen Lebensretter Jugendliche, die keinen eigenen Pkw hätten oder einen guten Teil ihrer Sommerferien dort für die Ausbildung nutzen, daher die Notwendigkeit von Übernachtungsmöglichkeiten.
Die Wachstation benötigt laut Auflagen eine Behinderten-Toilette (Kosten: 27 000 Euro). Daneben braucht das Gebäude, das am Wremer Strand, also im Außendeich, steht, mehrere Notausgänge, das heißt, alle Fenster in den Schlafzimmern müssen ausgebaut und sturmflutsicher gemacht werden (Kosten: 15 000 Euro). Schließlich müssen weitere 31 000 Euro für Tragwerk, technische Ausrüstung und Elektro-Anlagen, unter anderem einen Blitzschutz, ausgegeben werden. Zuguterletzt hat die Samtgemeinde das Gebäude auf eine andere Wurt verlegt, auf der für 17 000 Euro neue Anschlüsse gelegt werden müssen.
Alles in allem würde das neue Gebäude damit netto 290 000 Euro verschlingen – ein Drittel mehr als zuletzt geplant. Davon müsste die klamme Kommune zwischen 120 000 Euro und 140 000 Euro selber aufbringen, den Rest steuert Brüssel bei.
Die Pläne waren fix und fertig, als man feststellte, dass das im Unterschied zum Container zweigeschossige Gebäude den Gästen des frisch eröffneten Luxus-Hotels „Deichgraf“ beim Blick aufs Meer im Weg stehen würde. Deshalb entschieden sich die Politiker, eine neue Wurt weiter südlich in der Nähe des Strandturms aufzuschütten, auf der die DLRG nun ihre Heimat finden sollte. Und nun kam auch noch die Kostenexplosion.
Eine Arbeitsgruppe des Rates soll nun ausloten, ob man das neue Gebäude nicht doch noch kostengünstiger bekommen kann.