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Als Assistenz-Lehrer nach Ecuador


Wremen. Jakob Sauer und Gerrit Pleister haben gerade dicke Kochbananen eingekauft. „Die gibt’s in Ecuador auch oft zu essen“, lacht Jakob (18). Der junge Wremer freut sich schon auf seinen Freiwilligen-Dienst in dem südamerikanischen Land. Das Ziel von Gerrit (19) liegt etwas weiter nördlich von Ecuador. Den Appelner zieht es nach Mexiko. Von Markus Roloff


Bevor die beiden Schüler Anfang September in ihre Flieger Richtung Lateinamerika steigen, heißt es allerdings noch büffeln, büffeln, büffeln. Denn die beiden basteln gerade ihr Abitur am Kreisgymnasium Wesermünde.

Doch schon in gut vier Monaten werden Jakob und Gerrit ein ganzes Jahr lang selber als Assistenzlehrer vor ihren Klassen stehen und Englisch unterrichten. „Ich werde in der Kleinstadt Puerto Limón an einer Grundschule Englisch in den Klassen 2 bis 7 geben“, sagt Jakob. Gerrit wird in der mexikanischen Region Michoachán 14- bis 19-jährigen Mexikanern Englisch-Unterricht geben.

Für sprachlich ausreichend fit halten sich die beiden Abiturienten. „Wir haben beide jeweils drei Jahre Spanisch an der Schule gehabt. Unterhalten kann ich mich ganz gut. Wenn mein Gesprächspartner allerdings zu schnell oder einen Dialekt spricht, wird’s schon schwieriger“, sagt Jakob. Und er weiß, dass das lateinamerikanische Spanisch so seine Besonderheiten und andere Ausdrücke im Vergleich zum spanischen Spanisch hat. „Natürlich bin ich auch nervös, denn ich habe noch nie alleine eine Klasse mit 30 Schülern unterrichtet“, gibt der 18-Jährige zu. Ihre Englisch-Kenntnisse haben die Schüler bereits bei mehrmonatigen Aufenthalten als Austauschschüler in den USA perfektioniert.

Vermittelt wird der Freiwilligendienst von der Organisation Internationale Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert den Dienst zu 75 Prozent. Die restlichen 25 Prozent zahlt die ijgd. „Wir müssen uns als Freiwillige aber darum kümmern, einen Förderkreis aufzubauen, um mit Spenden das Programm des ijgd und unsere Tätigkeit vor Ort zu unterstützen“, sagt Gerrit.

Auf die Herzlichkeit der Menschen und ihren Lebensfrohsinn freuen sich die beiden Schüler ganz besonders. „Ich finde, die Menschen dort haben einfach mehr Gemeinsinn“, sagt Jakob. „Sie teilen eher und sind kontaktfreudiger als die Leute hier bei uns“. Und die beiden Fußballer freuen sich natürlich auf die lateinamerikanische Sportart Nummer eins: Fußball. Beide spielen selber in Vereinen – Gerrit bei der JSG Bieber, Jakob beim FC Land Wursten – und sind gespannt auf die Leidenschaft, mit der Mexikaner und Ecuadorianer ihre Mannschaften anfeuern.

Vorbereitung in Seminaren

Reisen wollen die beiden in ihren Einsatzländern natürlich auch. Jakob sieht sich da im Vorteil: „Ecuador ist ja ein relativ kleines Land, da bekommt man nicht so schnell das Gefühl, vieles nicht gesehen zu haben.“

Auf Land und Leute haben sich die beiden auch in Seminaren der ijgd vorbereitet. „Dort berichten andere Abiturienten von ihren Erfahrungen beim Freiwilligen-Dienst und wir haben mit Mexikanern mexikanisch gekocht“, berichtet Gerrit, dessen Lieblingsgericht Fajitas mit Huhn gefüllt sind.

Die beiden Abiturienten werden in Gastfamilien leben. Doch auch auf mögliche Konflikte müssen sich die beiden Jungens einstellen. „Wir bekommen ein monatliches Taschengeld von 100 Euro, das ist fast so viel wie ein Lehrer in Ecuador regulär verdient“, sagt Jakob. Aus ihren Einsatzländern wollen Jakob und Gerrit regelmäßig berichten.

Freiwilligen-Dienst

Die Internationale Jugendgemeinschaftsdienste ist die größte und älteste Freiwilligen-Dienst-Organisation in Deutschland. Das Programm weltwärts ist ein Lerndienst, der jungen Menschen einen interkulturellen Austausch und Einblicke in entwicklungspolitische Zusammenhänge ermöglicht. Gefördert wird das Programm vom Entwicklungshilfe-Ministerium. Die Freiwilligen sollten einen Förderkreis aufbauen, der mit Spenden das Programm unterstützt. Wer Fragen hat oder Jakob und Gerrit unterstützen möchte, kann sich unter 0 47 05/81 03 05 oder 0 47 47/8 73 00 67 melden. Weitere Informationen gibt es auch im Internet unter www.weltwaerts.de und www.ijgd.de


Artikel vom 22.04.10 - 06:00 Uhr
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