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Weniger zum Weitergeben


Lehe. In der vergangenen Woche war die Tafel blank. „Wir hatten nichts mehr“, berichtet Günter Weber. Kein Gemüse, kein Obst, kein Brot, keine Nudeln, keine Molkereiprodukte, die die Tafel-Mitarbeiter hätten an Bedürftige weitergeben können. Nun gibt‘s eine Warteliste. Von Ursel Kikker


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900 Ausgabekarten sind im Umlauf. Frauen, Männer und Familien, die ihre Bedürftigkeit nachgewiesen haben, dürfen sich damit bei einer der Tafel-Ausgaben einmal in der Woche mit Lebensmitteln eindecken. „Die Nachfrage wird immer größer“, beschreibt Tafel-Mitarbeiterin Eva-Maria Wagner. Rund 100 Bedürftige stehen auf der Warteliste, hoffen auf den kleinen Berechtigungsschein. Vier Wochen Wartezeit – damit müssen sie rechnen, bis jemand ausscheidet, der nicht mehr auf die Hilfe angewiesen ist. Das Tafel-Team kontrolliert immer wieder, und wer in vier Wochen nichts abgeholt hat, der zeigt sowieso, „dass er uns nicht mehr braucht“.

Engpässe kennen Wagner, Weber und ihre Kollegen zwar, aber sie schauen mit Sorge auf das, was die Transporter in letzter Zeit aus den Geschäften an Lebensmittel-Spenden mitbringen: Es wird weniger. „Wir merken, dass die Händler weniger einkaufen“, sagt Wagner. „Die müssen auch anders kalkulieren.“ Außerdem fangen Märkte, Bäcker und andere an, ihre Waren kurz vor Schluss 30 oder 50 Prozent günstiger zu verkaufen – Produkte, die früher gespendet wurden. Noch mehr Berechtigungsscheine auszugeben, ist deshalb zurzeit nicht drin. Umso mehr freuen sich die Tafel-Mitarbeiter über weitere Lebensmittel-Spenden: 30 55 99.

Artikel vom 09.02.10 - 11:00 Uhr
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