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„Wegweisend und einmalig“

Bremerhaven (rad). Bauchschmerzen wegen der Kostensteigerungen? Zweifel an der Zugkraft? Wer die Fachleute hört, sollte Mut schöpfen. „Das ist wegweisend und einmalig, was Sie hier geschaffen haben“, sagte der Initiator des World Future Councils, Jakob von Uexküll, zur Eröffnung des Klimahauses. „Was die Besucherzahlen angeht, würde ich sehr optimistisch sein.“

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Kann der Flügelschlag eines Schmetterlings in Sardinien einen Tornado in Amerika auslösen? Eine der Fragen, die Klimahaus-Betreiber Arne Dunker (Foto) und seine Mitstreiter thematisieren. Foto: eer

Bei der Presse-Präsentation vor mehr als 50 Journalisten aus Deutschland und der Schweiz machte Uexküll gestern Morgen deutlich, dass das Klimahaus zu keinem besseren Zeitpunkt hätte eröffnet werden können. „Der Bewusstseinswandel hat sich extrem beschleunigt“, weiß er aus eigener Erfahrung. „Die Menschen sind zu Veränderungen bereit.“ Die Wirtschaftskrise, der „Glaubwürdigkeitsverlust des alten Systems“, habe dem Umweltschutzgedanken neuen Spielraum verschafft. „Wenn wir nicht ganz schnell gewaltige Anstrengungen unternehmen, wird es zur globalen Katastrophe kommen.“

Problembewusstsein schärfen

Das Klimahaus könne einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das Problembewusstsein für den Klimawandel zu schärfen, meinte Max Schön, der Präsident der Deutschen Gesellschaft Club Of Rome. Schön ist einer der treibenden Kräfte bei dem Projekt Deserttec, mit dem in der Sahara Solarstrom erzeugt und nach Europa geleitet werden soll. Im Klimahaus würden die Besucher über Herz und Verstand angesprochen, sagte Schön: „Sie werden hier mit einem besseren Bewusstsein hinausgehen und sich fragen: Was kann ich persönlich zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes tun.“

Dass diese Diskussion an Bremerhavener Schulen schon während der Bauzeit intensiv geführt wurde, machte Oberbürgermeister Jörg Schulz deutlich. Die Jugend zu erreichen, sei ein ganz wichtiger Aspekt: „Das ist ein Bildungsauftrag, der hier erledigt wird.“

Das hob auch die Direktorin des Alfred-Wegener-Institut, Prof. Dr. Karin Lochte, hervor: „Die Bürger brauchen verlässliche Information“, meinte sie, „das Meereis in der Arktis hat stark abgenommen. Das wird auch das Klima in Mitteleuropa beeinflussen.“

Klimahaus-Betreiber Arne Dunker versicherte, dass sein Ehrgeiz weit über den wirtschaftlichen Betrieb einer Touristen-Attraktion hinausgeht: „Wir sind fest davon überzeugt, mit diesem Haus etwas bewegen zu können.“ Sein Partner Dr. Carlo Petri schlug in die gleiche Kerbe. Die Besucherprognose von 600 000 jährlich bezeichnete er als eher vorsichtig: „Dies wird eine Art Pilgerort werden“, zeigte sich Petri überzeugt, der mit Dunker auch das erfolgreiche Science-Center in Bremen betreibt.

Krise als große Chance

Deutschlands prominentester Klimaexperte, Dr. Mojib Latif, bezeichnete die Weltwirtschaftskrise als große Chance in Sachen Klimawandel. „Die Leute haben begriffen, dass wir so nicht weiterkommen“, sagte der Professor am Leibniz-Institut für Meereswissenschaften. „Die Zeit ist reif: Weg von den fossilen, hin zu den erneuerbaren Energien.“ CO2 rieche nicht und färbe den Himmel auch nicht rosa, schilderte Latif das Problem, den Klimawandel für Mitteleuropäer anschaulich zu machen: „Es ist das Verdienst des Klimahauses, dass dieses große Zukunftsproblem für alle begreifbar wird.“

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Artikel vom 26.06.09 - 06:00 Uhr
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