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Solar-Technik im Schatten


Bremerhaven. Bislang wurde ihr Geschäft nicht von der Sonne verwöhnt. Der Versuch von CIS Solartechnik, in Bremerhaven eine Solarzellen-Fabrik aufzubauen, ist bislang aus dem Schatten einer Testphase nicht herausgekommen. Seit zehn Jahren wird an der Idee gefeilt. Aber bislang haben nur Pilot-Module das Licht der Welt erblickt. Von Klaus Mündelein


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Marco Fritsch zeigt den Prototypen einer modernen Solarzelle, bei der die elektrischen Leitungen per Siebdruck aufgedruckt wurden. Foto dpa

In Bremerhaven gibt es etliche, die das Projekt hinter vorgehaltener Hand als „mausetot“ bezeichnen. Dem widerspricht CIS-Geschäftsführer Wolfgang Klunker. „Die Gesellschafter investieren jedes Jahr 2,5 Millionen Euro“, sagt er. Erst gerade habe er grünes Licht für ein weiteres Jahr bekommen. „Klar, die sind nicht gerade amüsiert“, sagt der Geschäftsführer. Dennoch glaubten sie weiterhin an das Projekt.

Die Gesellschafter – das sind der Bremer Fachgroßhandel für Haustechnik Cordes & Graefe sowie die Hamburger Kupferhütte Norddeutsche Affinerie, die sich inzwischen in „Aurubis“ umbenannt hat. Ihr Ziel war die Produktion von dünnen, am Fließband herstellbaren Modulen mit Solarzellen. Die Forschungsarbeit in der Bremerhavener Hochschule an den Modulen und in Hamburg an den Zellen sollte eigentlich bis 2008 zum Abschluss gebracht werden. Dann sollte für 120 Millionen Euro in Bremerhaven im Gewerbegebiet Bohmsiel eine Fabrik für die Fließbandproduktion entstehen. Bislang ist daraus nichts geworden.

„Wenn wir vor zwei Jahren angefangen hätten, wären wir heute pleite“, sagt Klunker. Es sind in der Tat schon Hersteller wie City Solar AG aus Bad Kreuznach gescheitert. Andere Firmen mussten die Produktion drosseln wegen großer Überkapazitäten. Als Gründe nennt Klunker den Preisverfall der Solarzellen in den vergangenen anderthalb Jahren. Und das, obwohl immer mehr Solarzellen auf den Dächern auftauchen. Für Klunker ist da viel Billigware minderer Qualität aus China im Spiel. Dort war in der Tat die Produktion stark ausgeweitet worden, und die Chinesen standen auch schon unter Dumpingverdacht.

Klunkers Hauptproblem ist derzeit der Wirkungsgrad der Zellen. Wie viel der aufgenommenen Sonnenenergie können sie in elektrische Energie umwandeln? „Die derzeitige achtprozentige Ausbeute ist zu gering“, sagt Klunker. Für ein einträgliches Geschäft müsse der Wirkungsgrad schon eine zweistellige Prozentzahl erreichen.

Beginn in einem Jahr

So lange dieses Ziel nicht erreicht ist, bleibt der Bau einer Fabrik illusorisch. Die Frage, ob nicht ostdeutsche Gemeinden mit fetten Fördersummen die Fabrik am Ende abwerben, stellt sich für Klunker deshalb zurzeit nicht. Die Bremerhavener Wirtschaftsförderer tröstet er mit dem Hinweis auf die Millionen, die die Gesellschafter stetig zubuttern. Sollte am Ende CIS Solartechnik im Osten produzieren, würde man alle Fördermittel des Landes Bremen zurückzahlen. Und wann könnte es denn mal losgehen? „In einem Jahr“, hat Klunker seinen Gesellschaftern gesagt.

Artikel vom 28.07.10 - 12:00 Uhr
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