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SPD-Abgeordneter ein Stasi-Partisane?

Bremen. Stasi-Vorwürfe gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Pohlmann. Nach einem Bericht von Radio Bremen soll er Mitglied in einer SED-Partisaneneinheit gewesen sein. Pohlmann bestreitet das.

Das berichtet der Sender heute. Radio Bremen beruft sich auf Akten der Stasi-Unterlagenbehörde. Sie sollen mehrere Indizien mehrere Indizien enthalten, die in diese Richtung weisen. Danach wurde Pohlmann von 1984 bis zum Februar 1989 auf dem „Index“, dem Mitgliederverzeichnis der „Gruppe Ralf Forster“ geführt. Pohlmann widerspricht: "Ich war nie Mitglied der sogenannten Gruppe Aktion“, erklärte er in Bremen.

Auch seine Stasi-Karteikarte führe als Erfassungsgrund die Registriernummer der „Gruppe Ralf Forster“, berichtet der Sender weiter. Diese Gruppe soll eine Ende der 60er Jahre von der Spitze der SED ins Leben gerufene konspirative Einheit sein. In ihr wurden als besonders verlässlich eingestufte Funktionäre der westdeutschen DKP zu Attentätern geschult, die in der Bundesrepublik Sabotageakte vornehmen sollten, berichtet Radio Bremen.

Geführt und finanziert wurde die Gruppe demnach vom Ministerium für Staatssicherheit, die Ausbildung übernahm die Nationale Volksarmee. In welcher Funktion Pohlmann bei der „Gruppe Ralf Forster“ aktiv war, ergibt sich aus den Unterlagen nicht. Nicht auszuschließen wäre nach den Radio-Bremen-Recherchen auch, dass er als Personalsekretär der Bremer DKP gar nicht selbst zum Kämpfer ausgebildet wurde, sondern geeignete Parteimitglieder für die paramilitärische Ausbildung vermittelt hat.

Pohlmann selbst hat sich schriftlich geäußert. In dem Brief schreibt er, dass er zwar Mitglied der DKP gewesen sei, aber nicht der sogenannten Gruppe Aktion angehört habe. Er habe sich vor mehr als 20 Jahren bewusst von der Partei gelöst. Nun wolle er prüfen, auf welcher Grundlage diese Vorwürfe erhoben wurden und sich dann äußern.

In welcher Funktion Pohlmann, von dem nach ersten Informationennicht nicht sicher war, dass sich überhaupt ihn handelt, bei der „Gruppe Ralf Forster“ aktiv war, ergibt sich aus den Unterlagen offenbar nicht. Nicht auszuschließen wäre laut Radio-Bremen-Recherchen auch, dass er als Personalsekretär der Bremer DKP gar nicht selbst zum Kämpfer ausgebildet wurde, sondern geeignete Parteimitglieder für die paramilitärische Ausbildung vermittelt hat.

Aktualisiert um 14.53 Uhr.

Artikel vom 28.10.09 - 12:06 Uhr
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