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Raserei in der Nachbarschaft

Wulsdorf. Eine Straße in Angst: Immer wieder rasen Autos mit geschätzten Tempo 100 durch die 30er-Zone, klagt Anwohnerin Marion Gray. Die Raser sind ihr wohl bekannt – es sind unmittelbare Nachbarn. Jetzt sammelt sie Unterschriften, um Magistrat und Polizei auf die Situation in der Straße Hackfahrel aufmerksam zu machen.

„Mir stinkt es einfach gewaltig“, sagt die 58-Jährige, deren Katze gerade von einem der Raser totgefahren worden ist. „Sie hatte weder Fell noch Fleisch mehr am Schwanz und dann wird behauptet, sie seien bloß Tempo 20 gefahren“, erhitzt sich Gray über die Temposünder.

Sie hat den Kampf aufgenommen gegen die jungen Männer, die am Ende der Straße wohnen. Unterstützerinnen hat sie bereits: Junge Mütter, die um das Leben ihrer Kinder fürchten. „Man will doch nicht, dass sein Kind in den Leichensack kommt“, schildert Nadja Hagestedt, Mutter einer siebenjährigen Tochter, drastisch ihre Ängste.

Die Kinder fahren mit dem Fahrrad nur noch auf dem Gehweg, aus Angst vor den großen Wagen, die mit überhöhtem Tempo die Straße herunterjagten. Etwas weiteres ärgert Nadja Hagestedt: Sie kann keine ihrer Wohnungen mehr vermieten. „Man kann niemandem mehr erzählen, das hier sei eine ruhige Straße.“
Gray, die wieder in ihrem Elternhaus wohnt, kennt die Bewohner am Ende der Straße seit langem. Jahrelang habe es keine Probleme gegeben, doch jetzt seien die jungen Männer außer Rand und Band, stießen Drohungen aus, wenn sie auf ihr Fehlverhalten hingewiesen werden.

Die Geschwindigkeitsmessungen seitens der Stadt seien nicht ausreichend, findet Marion Gray. Tatsächlich hat Horst Keipke, Leiter des Ordnungsamts, die Straße Hackfahrel noch nicht als Problem ausgemacht, routinemäßige Messungen seien nicht auffällig gewesen. „Uns ist bislang nichts bekannt“, sagt er.

Das wundert Marion Gray wenig: „Wenn Tempomessungen gemacht werden, dann sind die Raser sofort informiert und fahren eine andere Strecke“, sagt sie. Sie will Unterschriften der Nachbarn sammeln, um auf die Situation aufmerksam zu machen. Die Anwohnerin hofft, dass die Straße eines Tages in eine Spielstraße umgewandelt wird, mit Hindernissen, die das schnelle Fahren erschweren.

Jennifer Döscher, Anwohnerin und ebenfalls Mutter, bringt eine Sache auf den Punkt, die auch den anderen wichtig ist: „Es geht nicht gegen die Menschen, die sollen da wohnen. Es geht uns einfach darum, dass sie sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten.“

Artikel vom 04.11.09 - 14:00 Uhr
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