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Raser ängstigen Schierholzer

Lehe. Eine Spielstraße, in der Kinder sich nicht trauen zu spielen. Und wenn doch, dann kriegen die Eltern Angstschweiß auf der Stirn. „Ich habe schon gesehen, dass Autofahrer Kinder bedrängten und Beinahe-Unfälle erlebt“, sagt Manfred Mahnken, Anwohner der Ratiborer Straße im Schierholzgebiet. Das Problem: Die Spielstraße ist nur schwer als solche zu erkennen. Von Christof Santler

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In der Ratiborer Straße im Schierholz-Gebiet pfeifen viele Autofahrer auf das vorgeschriebene Schritttempo. Das erbost Anwohner Manfred Mahnken. Er möchte, dass Kinder in der Spielstraße zwischen Schierholz- und Bredenweg unversehrt zur Schule gehen oder toben können. Foto eer


Es gibt keine Pflanzkübel, mit Metallbügeln abgegrenzte Parkbuchten und auch keine Schwellen in dem zwischen Schierholz- und Bredenweg gelegenen Abschnitt der Ratiborer Straße. Außerdem ist das Spielstraßen-Schild aus dem Auto heraus nur schwer zu sehen – es hängt nicht in Augenhöhe, sondern ein gutes Stück darüber.

Rasant statt Schritttempo

Und daher tritt mancher Autofahrer tüchtig auf das Gaspedal, fährt laut Mahnken mit bis zu Tempo 60 statt mit der erlaubten Schrittgeschwindigkeit an den Eigenheimen vorbei. „Das ist erschütternd“, sagt der 50-Jährige. Er fürchtet wie etliche seiner Nachbarn, dass irgendwann ein Kind unter die Räder kommt. Die Ratiborer Straße wird auch als Schulweg benutzt.

Obwohl Mahnken keine kleinen Kinder mehr hat, streitet er für mehr Sicherheit vor seinem Reihenhaus. Daher hat er das Ordnungsamt mehrfach auf die Raser hingewiesen.

„Wir haben dort Tempomessungen gemacht, die Überschreitungen sind nicht überdurchschnittlich“, berichtet Ordnungsamtsleiter Horst Keipke. Ihm ist das Problem bekannt, es habe schon mehrere Ortstermine gegeben.

Dabei sei auch das Spielstraßen-Schild begutachtet worden. „Das Schild entspricht genau den Richtlinien, wir dürfen es gar nicht tiefer hängen“, sagt Keipke. Er bestreite aber nicht, dass es „subjektiv zu hoch hängt“. Keipke muss ebenfalls passen, wenn es um verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Ratiborer Straße geht: „Dafür ist das Amt für Straßen- und Brückenbau zuständig.“


Doch die Bauverwaltung winkt ab. „Im Moment ist da gar nichts zu machen“, versichert deren Sprecherin Kerstin Imrie. Das Geld im städtischen Haushalt sei sehr knapp. Und auch für die Zukunft möchte sie keine großen Hoffnungen wecken, dass in diesem Abschnitt der Ratiborer Straße verkehrsberuhigende Hindernisse errichtet werden. „Wir haben noch ganz andere Baustellen, zum Beispiel marode Straßen“, sagt Kerstin Imrie. Doch das Amt für Straßen- und Brückenbau werde sich mit dem Gartenbauamt darüber austauschen, ob etwas mit Bepflanzungen zu machen sei, damit Autofahrer in der Spielstraße den Fuß vom Gaspedal nehmen.

Furcht vor Unfällen

Das Fazit von Anwohner Mahnken fällt angesichts dieser Absagen aus den Behörden bitter aus. „Erst wenn etwas passiert, wird etwas geschehen“, argwöhnt er. „Wie hoch wiegen da die Kosten für ausreichende Beschilderung, geringfügige bauliche Veränderungen oder Pflanzkübel in einer Spielstraße gegen ein verunglücktes Kind?“


Artikel vom 18.11.09 - 12:00 Uhr
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