Vorbild dafür sind Ketten wie „Motel One“, die auf junges Design und erschwingliche Preise setzen. Zielgruppe sind „moderne Städtetouristen“ und Geschäftsreisende. Außerdem ist ein kleiner Tagungs- und Veranstaltungsbereich für bis zu 150 Besucher geplant. Das Restaurant soll sich nicht wie früher zum Theodor-Heuss-Platz, sondern zur Fußgängerzone öffnen. Im Sommer könnten die Gäste dort unter den Arkaden wesentlich geschützter als bisher Platz nehmen.
Von den sieben Interessenten, die sich daraufhin gemeldet hatten, ist jedoch nur noch einer übrig geblieben, der tatsächlich ein Angebot abgab. Bei dessen Beurteilung war nicht allein der Preis ausschlaggebend, sondern auch die Qualität der Planung und die Frage, inwieweit sie das städtebauliche Umfeld aufwertet.
Außerdem sitzen der Stadt die laufenden Unterhaltungskosten für das Gebäude im Nacken. Sie sollen im Schnitt bei 350 000 Euro pro Jahr liegen. Derer könnte man sich theoretisch zwar durch Abriss entledigen. Neben den dafür geschätzten Ausgaben (zwischen 500 000 und 800 000 Euro) wäre es nach Ansicht aller Beteiligten allerdings keine gute Idee, mitten in der Innenstadt eine Brache zu produzieren.
Zustimmen muss dem Verkauf die Stadtverordnetenversammlung. Ein wichtiger Punkt wäre zuvor aber noch mit dem Kaufinteressenten – einem Bremerhavener Hotelier – zu klären: Der muss 60 Parkplätze im direkten Umfeld nachweisen, was in dieser verdichteten Lage ziemlich schwierig ist. Am einfachsten wäre es gewesen, die alte Naber-Hotelgarage auf der anderen Seite der Prager Straße zu nutzen. Doch die ist damals beim Kauf des Hotels nicht mit veräußert worden. Dass die Stadt noch einmal Geld in die Hand nimmt und sie dem Vorbesitzer abkauft, halten Insider für ausgeschlossen. Nachgedacht wird allerdings darüber, den Parkplatz direkt vor dem Hotel bis zur Fußgängerzone zu erweitern.