Tanzende Funkenmariechen, deren goldene Zöpfe mindestens genauso unermüdlich in die Höhe wippten wie ihre Beine, erstaunten die Zuschauer beim Einkaufsbummel. „Guck mal“, sagte Werner Kunze zu seiner Frau Edith. Der große Mann lugte schmunzelnd über die vor ihm stehenden Karnevalsfans hinweg auf die Mini-Garde der Klabautermänner. „Dass es in Bremerhaven Karneval gibt, hätte ich nicht gedacht“, sagt der Auswärtige verdutzt.
Dabei haben es sich in Bremerhaven gleich drei Karnevalsvereine FC Fishtown, Leher Carneval Club (LCC) und die Klabautermänner zur Aufgabe gemacht, den Frohsinn zur Karnevalszeit unter die Leute zu bringen. Und wie Ronald Hamann von den Klabautermännern singend auf dem Schifferplatz demonstrierte, gibt es sogar eigene Karnevalslieder für die Küstenjecken: „Der liebe Gott konnte nachts nicht schlafen, da schuf er die Mädchen von Bremerhaven“, sang er.
Mittendrin in dem fröhlichen Treiben stand Wilhelm Behrens, Stadtrat für Sport und Freizeit und verteilte Schokolade an die Umstehenden. An Humor mangelte es ihm ebenfalls nicht: „Mit dem Haushalt der Stadt können die Narren ja nichts anfangen, der ist ja noch nicht beschlossen“, sagte er schmunzelnd.
Ronald Hamann bedauerte es, dass der traditionelle Umzug ausgefallen ist, der sonst durch die Hafenstraße führt. „Jetzt sind die Leute verunsichert“, sagt er und hofft, dass es im nächsten Jahr klappt, und dann wieder die Kamellen von den geschmückten Festwagen geworfen werden. Wegen der Eisglätte hatten Vereine, die sonst dabei gewesen wären, abgesagt. „Und mit drei Wagen kann man ja keinen Umzug machen“, sagt Hamann. Die Idee, durch das Mediterraneo zu ziehen, scheiterte an Genehmigungen, die kurzfristig nicht mehr eingeholt werden konnten. Trotzdem versuchten die Karnevalsvereine, das Beste aus der Situation zu machen. So waren die Jecken in voller Kostümierung durch das Columbus Center zum Schifferplatz gezogen.
Zum Ende des etwa einstündigen Spektakels flogen dann den verdutzten Innenstadtbummlern Chipstütchen, Bonbons und kleine Teddybären um die Ohren, die die Umstehenden flugs aufsammelten.