
Lange Strubbelmähne, Lederjacke, Turnschuhe und verträumter Blick – David Garrett sieht aus wie die jungen, verwegenen Kerle, die in Kinofilmen wild-romantische Abenteuer erleben. Oder zumindest wie einer von denen, mit dem sich junge Mädchen auf Rockfestivals gerne ein Dosenbier teilen. Jedenfalls hat man nicht einen wie ihn vor Augen, wenn man sich einen virtuosen Klassik-Violinisten vorstellt. Doch genau das ist es, was David Garrett so interessant macht, auch für die vielen, vielen Bremerhavener, die ihn am Mittwoch begeistert in der Stadthalle empfingen.
Er wird verehrt wie ein Popstar, füllt Hallen, Schlagzeilen und Fan-Seiten im Internet mit seinem smarten Rebellen-Charme. Doch auch wenn manche ihn den David Beckham der Klassik nennen und es nicht nett meinen – dass Garrett ein Ausnahmetalent ist, streiten auch linientreue Klassik-Kenner nicht ab. Als Vierjähriger bekam der Sohn eines deutschen Juristen und einer US-amerikanischen Ballerina seine erste Geige geschenkt – mit 13 Jahren spielte er bereits vor ausverkauften Hallen. Er gilt als der fingerfertigste Geiger der Welt und errang einen Platz im Guiness Buch der Rekorde, indem er das Violinstück „Hummelflug“ in 66 Sekunden fehlerfrei zum besten gab – 2,4 Griffe in einer Sekunde.
Mit seiner Mischung aus klassischen Werken und modernen Rock- und Popsongs schlägt David Garrett eine Brücke, macht die vermeintlich ernste Musik auch für junges Publikum wieder lebendig. „Ich möchte möglichst viele Menschen für Klassik interessieren“, sagt er. Sich selbst zu inszenieren sei nicht sein Ding. Er hätte es auch nicht nötig.

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