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Obama wird zum lautlosen „Drohnen-Krieger“

Die Stellungnahme war eindeutig: Er habe „keine Absichten“, amerikanische Bodentruppen zum Kampf gegen Extremisten in den Jemen und nach Somalia zu schicken. Mit dieser am Sonntag veröffentlichten Aussage ließ US-Präsident Barack Obama gleichzeitig indirekt durchblicken, dass Angriffe aus der Luft mit unbemannten Drohnen – in Absprache mit dem Gastland – auch im Jemen das Mittel der Wahl sein werden. Denn ein Stillhalten kann sich das Weiße Haus nicht leisten. Die El-Kaida-Präsenz im Jemen sei zu einem „ernsthafteren Problem“ geworden, so Obama in einem Interview. Von Friedemann Diederichs, Büro Washington

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US-Präsident Barak Obama will keine Bodentruppen in den Jemen schicken. Stattdessen kämpft Obama mit unbemannten Drohnen aus der Luft gegen Extremisten. Foto: dpa

Bereits in den vergangenen Wochen gab es im Jemen mehrere Luftangriffe mit ferngesteuerten Lenkwaffen gegen mutmaßliche Terroristen, unter anderen auch gegen den Anstifter des „Unterhosenbombers“. Sein Schicksal ist weiter ungewiss. Wie in Washington zu hören ist, hatten US-Militärs dabei die Führungsrolle, während jemenitische Sicherheitskräfte zuarbeiteten. Washington erkauft sich eine solche Kooperation mit aufgestockten Wirtschafts- und Militärhilfen für die jeweiligen Länder.

Unbemerkt

Barack Obama wird mit dieser Strategie, weitgehend unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit in den USA und unerwähnt vom Weißen Haus, zum lautlosen „Drohnen-Krieger“. Rund 50 dieser Luft-Attacken habe es allein 2009 gegeben, ist aus Militärkreisen zu hören – was bereits die Zahl aller Drohnen-Attacken in den letzten drei Jahren der Bush-Regierung übersteigt.

Die Überwachung der Lufträume in den Krisen-Regionen liefert derzeit so viel Video-Material, dass sich das Pentagon bereits an private TV-Experten gewandt hat, um die Auswertung der Aufnahme zu beschleunigen. Der Einsatz der Drohnen gilt intern als extrem erfolgreich: Man habe bisher die Hälfte aller maßgeblicher Taliban- und El-Kaida-Führungsmitglieder in Pakistan und Afghanistan außer Gefecht setzen können, heißt es.

Doch es gibt auch Kritiker dieser immer häufiger benutzten Taktik. Im UN-Menschenrechtsrat rührt sich Unmut, weil manche Mitglieder die Angriffe als „außergerichtliche Exekutionen“ sehen, die gelegentlich auch zivile Opfer fordern würden. Ein Begriff, der gleichzeitig suggeriert, man möge die Zielobjekte doch lieber verhaften und vor Gericht stellen.



ARCHIV: Obama macht El Kaida im Jemen verantwortlich
Artikel vom 12.01.10 - 15:30 Uhr
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