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Eisbären sind bissig und cool zugleich

Bonn. Zu Hause pfui, in der Fremde hui: Die Eisbären Bremerhaven haben in der Basketball-Bundesliga erneut ihre Auswärtsstärke unter Beweis gestellt. Bei Vizemeister Telekom Baskets Bonn feierten die Schützlinge von Trainer Doug Spradley mit dem 89:78 (50:45) bereits ihren vierten Saisonsieg in der Fremde – und sind wieder Tabellenvierter.

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Adrian Moss, der sich hier gegen die Bonner Kolodziejski und Flomo durchsetzt, kam gestern auf 13 Punkte. Foto Wolter

Bonn. Zu Hause pfui, in der Fremde hui: Die Eisbären Bremerhaven haben in der Basketball-Bundesliga erneut ihre Auswärtsstärke unter Beweis gestellt. Bei Vizemeister Telekom Baskets Bonn feierten die Schützlinge von Trainer Doug Spradley mit dem 89:78 (50:45) bereits ihren vierten Saisonsieg in der Fremde – und sind wieder Tabellenvierter.

Die Eisbären erwischten im gut gefüllten Bonner Telekom Dome einen Start nach Maß. Die ersten drei Angriffe wurden in Punkte umgemünzt. Die vierte Offensivaktion wurde ebenfalls belohnt – mit zwei Freiwürfen für Rodney Buford. Beide Mannschaften suchten ihr Heil zunächst ausschließlich in der gegnerischen Zone. Das sollte sich nach vier Minuten schlagartig ändern. Einen Dreier des blendend aufgelegten Jeff Gibbs beantworteten die Baskets, die auf den verletzten Nationalspieler Tim Ohlbrecht verzichten mussten und nur noch sieben einsatzfähige Spieler hattem, mit einem erfolgreichen Distanzwurf von Johannes Strasser.

Es war schön anzusehen, was die Eisbären ihrer kleinen Fan-Kolonie boten. Allein die Körpersprache von Rodney Buford & Co machte deutlich, dass sie in Bonn mit aller Macht Wiedergutmachung für die Heimschlappe gegen Ulm betreiben wollten. Dank eines 14:3-Laufs zum Ende des Auftaktviertels lagen die Eisbären deutlich mit 28:20 vorn.

Vier schnelle Bonner Punkte zum Auftakt des zweiten Spielabschnitts veranlassten Eisbären-Coach Doug Spradley früh zu seiner ersten Auszeit. Spradley vertraute in dieser kritischen Phase weiter seinen Bankspielern. Neben Jan Lipke und Philipp Schwethelm waren auch Adrian Moss und Bryan Lucas auf dem Parkett. Erst als Lucas einen einfachen Korbleger zum möglichen 37:31 vergab, reagierte der Eisbären-Dompteur und beorderte Jeff Gibbs und Kevin Lyde zurück aufs Feld.

Das Spiel war zu diesem Zeitpunkt wieder offen, denn die Baskets-Center John Bowler und Chris Ensminger bereiteten den Eisbären gemeinsam mit Scharfschütze Bryce Taylor einiges Kopfzerbrechen. Doch auch die Bonner hatten ihre Probleme mit dem Gegner. Die als Verteidigungsspezialisten geltenden Gastgeber gestatteten den offensiv sehr abgebrüht zu Werke gehenden Eisbären in der ersten Halbzeit immerhin 50 Punkte – und lagen zur Pause folgerichtig mit fünf Zählern hinten (45:50).

moss sehr treffsicher

Nach dem Wechsel hatten die Gäste wieder den besseren Start, zogen auf 54:45 davon. Dank Taylor kamen die Bonner wieder auf sechs Zähler heran. Dann schlug die Stunde von Adrian Moss. Gerade erst für den foulbelasteten Kevin Lyde eingewechselt, schenkte Moss Bonn zwei eiskalte Dreier in Folge zum 51:60 ein. Jeff Gibbs erhöhte per Korbleger sogar auf 62:51. Die Eisbären beherrschten nun das Geschehen, wirkten bissiger und spritziger. Bonn hatte es ausschließlich den zahlreichen Freiwürfen im dritten Viertel zu verdanken, dass der Rückstand nach 30 Minuten „nur“ 11 Punkte betrug (58:69).

Unmittelbar zu Beginn des Schlussabschnitts musste Martin raus. Nach einer eigentlich schon geklärten Offensiv-Aktion der Bonner kassierte er sein 5. Foul. Er wurde von Kapitän Jan Lipke ersetzt. Ein Bruch im Spiel war bei den Gästen allerdings nicht auszumachen. Im Gegenteil. Die Eisbären spielten ihren Stiefel weiter konzentriert und gekonnt herunter. Als Philipp Schwethelm per Dreier auf 75:61 erhöhte, war der Sieg zum Greifen nah. Da waren aber noch sieben Minuten zu spielen. Wenig später beorderte Spradley Buford und Campbell zurück aufs Parkett, denn Bonn hatte mit einem Mini-Lauf zum 70:80 noch einmal für Spannung gesorgt. Doch die Eisbären blieben cool – auch als mit Moss (5. Foul) und Gibbs, der unglücklich auf den Arm fiel, zwei weitere Akteure vorzeitig auf die Bank mussten. (ris)


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Schrecksekunde für Coach Doug Spradley: Jeff Gibbs, dem mit 16 Punkten und 13 Rebounds erneut ein Double-Double gelang, fiel unglücklich auf den Arm und musste vorübergehend vom Parkett. Foto Wolter
Artikel vom 09.11.09 - 06:00 Uhr
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