Ein gut gelaunter Thomas Enders präsentierte seine Botschaft: „Wir haben 3400 Flieger im Auftragsbestand, was in Zeiten einer Krise nicht schlecht ist.“ Bis Jahresende sollen 483 Flieger ausgeliefert werden, was dem Vorjahres-Rekord entspräche. Vom Vorzeige-Flieger A380 stehen derzeit zwölf Exemplare in Finkenwerder, die demnächst ausgeliefert werden.
Das allerdings ist nur die eine Seite der Medaille. Enders verhehlt nicht, dass es in der Produktion immer noch nicht rund laufe. Schlimm war die Zeit, als Monat für Monat der A380-Erstflug verschoben werden musste. „Durch die A380-Krise wurde deutlich, dass wesentliche Aufgaben im Konzern nicht gemacht waren“, sagte Enders. Aber: „Wenn wir als Folge das Sparprogramm Power8 nicht aufgelegt hätten, stünden wir jetzt wesentlich schlechter da.“
Das Problem dieser Tage: Weltweit fliegen die Airlines in die Verlustzone. Für dieses Jahr rechnet der internationale Verband der Luftfahrtindustrie IATA mit einem Minus in Höhe von elf Milliarden Dollar. „Die wichtigste Aufgabe unserer Verkäufer ist derzeit, dafür zu sorgen, dass die Kunden ihre Bestellungen nicht zurückziehen“, sagt Enders. Mit späteren Auslieferungsterminen oder Finanzierungshilfen wie Bürgschaften versucht Airbus zu helfen.
Was das für die Airbus-Produktion bedeute, sei noch offen. Die monatliche Fertigstellung der kleineren Maschinen wurde bereits von 36 auf 34 zurückgefahren. „Im kommenden Jahr werden wir die Produktion eher weiter nach unten als nach oben anpassen“, sagt Enders. Außerdem könnte die Belegschaft durch die verschiedensten Arbeitszeitmechanismen derlei Schwankungen gut abfedern.
Ganz wichtig für die Zukunft des Unternehmens sei die Entscheidung über den Militärtransporter A400M, dessen Erstflug Enders noch vor Weihnachten erwartet. Die Produktion des Militärfliegers hat Auswirkungen auf das Werk Stade, 200 Arbeitsplätze sind davon direkt betroffen.
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