„Scheißendreck“, Leute, es ging beim „Sonderschüler“-Programm von Anfang an voll krass zur Sache. Etwa mit Mathematik: „80 Prozent der Frauen finden ihren Arsch zu fett, 20 Prozent würden ihn trotzdem wieder heiraten.“ Wechsel des Angriffsziels: „Meine Alte soll Sport machen? Na gut, ’ne Jogginghose hat sie ohnehin schon den ganzen Tag an.“
Florian Silbereisen, Michael Jackson oder die NPD: Ande Werner und Lars Niedereichholz konnten überall starten und landeten gefühlt doch wieder bei den Genitalien und ihrem mehr oder weniger naturgemäßen Gebrauch. Politisch unkorrekt, na klar, aber dafür ausgewogen frauen-, kinder- und männerfeindlich. Schwule, Ausländer und Inländer, hier wurde jeder diskriminiert.
Dafür schlüpfte das Duo auf der Bühne in verschiedene Rollen, Peggy & Sandy aus dem Osten waren besonders beliebt. Deren Dialoge ließen an Offenheit nichts zu wünschen übrig, und die beliebte Frage nach der Gürtellinie erübrigt sich, wenn die Akteure – zum Glück nur bildlich gesprochen – ohnehin auf Hosen verzichten. Die Verkaufstalente Bob und Bob, der Grillschorsch und der dauergereizte Andi: In diesem Panoptikum der Bildungsfernen wirkten die im Unterricht alt gewordenen Schüler Dragan und Alder schon fast wie Intellektuelle. „Ich glaub, die Sechs ist die schlechteste Zensur, die geht. Konkret, du Arschlöcher!“
„Der Kevin macht schon die Sonderschule“, freute sich die Peggy. „Na, wenn er’s Zeug dazu hat“, sinnierte die Sandy. Dass Niedereichholz und Werner das Zeug zu zwei Stunden Comedy Non stop haben, stand dagegen nach ihrem fulminanten Auftritt außer Frage. Es wurde bis zum letzten Nachschlag rasant und gekonnt serviert, das eine und andere Mal ließ sich das Duo sogar selbst von seinen Ferkeleien mitreißen.
So hatten im TiF bei bester Stimmung alle ihren Spaß, und ob nun der Kack-Batman oder der Kack-Superman, der Kack-Mario Barth oder gar Mundstuhl das Beste ist, blieb für den, der’s mag, an diesem Abend die ganz große Frage.